Beziehung

Gibt es den einen Seelenpartner - und wie erkennt man ihn?

Simone Madre
Simone Madre

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11.10.2022, 08:23 Uhr
Wie merkt man, dass man seine Seelenpartnerin oder seinen Seelenpartner gefunden hat?

© yacobchuk via www.imago-images.d Wie merkt man, dass man seine Seelenpartnerin oder seinen Seelenpartner gefunden hat?

Viele Menschen wünschen sich schon ihr ganzes Leben einen Seelenpartner beziehungsweise eine Seelenpartnerin: einen Menschen, der sie ganz ohne Worte versteht und genau so liebt, wie sie wirklich sind. Damit erhofft man sich auch das tiefe Gefühl innerer, seelischer Verbundenheit und die Unterstützung in allen Lebenslagen. Aber gibt es für jeden Menschen genau einen Seelenpartner? Und wie erkennt man eine Seelenverwandtschaft?

Definition: Was ist die romantische Sicht auf das Thema Seelenpartner?

Wie ein Seelenpartner oder eine Seelenpartnerin ist und was man mit dieser Person verbindet, wird unterschiedlich definiert. Im Folgenden finden Sie eine sehr romantische Interpretation - eher sachliche Menschen finden sich wohl eher beim nächsten Unterpunkt wieder.

Ein Seelenpartner ist für viele Menschen das fehlende Puzzlestück im Herz und der Seele, das alles vervollständigt. Dass das Puzzlestück fehlte, merkt man in diesem Sinne oft erst, wenn man seinen Seelenpartner oder seine Seelenpartnerin gefunden hat. Man hat in der Beziehung immer wieder das Gefühl, dass der andere Mensch einen perfekt ergänzt.

Instinktiv spürt man Sympathie, Zuneigung und Vertrauen. Beide Menschen ergänzen und vervollständigen sich. Zwei Menschen scheinen auf einer magischen Wellenlänge zu schweben. Die Anziehungskraft ist bedingungslos und vollkommen. Nicht nur die Seele, sondern auch Körper und Geist sind eng miteinander verbunden.

Das Zusammentreffen fühlt sich oftmals wie Liebe auf den ersten Blick an. Die intensive Liebe lässt sich kaum in Worte fassen und geht mit einer grenzenlosen Harmonie einher.

Seelenverwandtschaft wird oftmals mit "wahrer Liebe" gleichgesetzt. Das muss jedoch nicht immer der Fall sein, denn es gibt auch Seelenverwandtschaften, die freundschaftlicher Natur sind. Zudem sagt man auch Zwillingen oftmals eine Seelenverwandtschaft nach. Was wahre Liebe ist, erfahren Sie in unserem Beitrag.

Gibt es den einen Seelenpartner? Ein sachlicher Blick auf das Thema

Gerade am Anfang einer Beziehung hat man oft das Gefühl, noch nie einen Menschen gefunden zu haben, der so perfekt zu einem passt. Die Hormone sorgen dafür, dass man sich glücklich und beschwingt fühlt. Krisen treten in dieser Phase meist noch nicht auf. Stattdessen fühlt man sich verstanden und geliebt - auch, wenn man sich vielleicht noch gar nicht so gut kennt.

Von dem einen Menschen auszugehen, den man erst finden muss und der dann der eine, absolut richtige ist, kann in einer ungesunden Beziehung münden. Beispielsweise gibt es das Phänomen Love Bombing, bei dem ein Partner den anderen mit Liebe und Aufmerksamkeit überschüttet und ihn so von sich abhängig macht. Später versucht er dann, den anderen zu manipulieren.

Anders formuliert: Wer zu viel erwartet, wird schnell enttäuscht - auch in einer tollen Beziehung ist man nicht immer einer Meinung. Wenn man in der Beziehung nach grenzenloser Harmonie und einer vollkommenen Anziehungskraft sucht, wird womöglich nie fündig. Das tiefe Verständnis füreinander, um das es bei der Seelenpartnerschaft unter anderem geht, entwickelt sich in einer typischen Beziehung über die Zeit - weil man sich immer besser kennen- und lieben lernt. Setzt man es gleich voraus, baut man damit unnötigen Druck auf sich selbst und seinen Partner oder seine Partnerin auf.

Wer also glaubt, dass beim perfekten Partner alles auf Anhieb stimmen muss, kann sich selbst schaden und die Suche nach dem oder der Richtigen enorm in die Länge ziehen. Das gilt auch dann, wenn man an einer scheinbar perfekten Person festhängt - obwohl sie längst aus dem eigenen Leben verschwunden ist. Menschen fällt es ziemlich leicht, die Vergangenheit zu idealisieren und diese ideale Version mit aktuellen Bekanntschaften zu vergleichen. Dabei ist klar, wer den Kürzeren zieht.

Eine andere mögliche Definition für das Wort Seelenpartner, mit der auch sachliche Menschen zurechtkommen, ist deshalb die folgende: Ein Seelenpartner ist jemand, der mich versteht und unterstützt, der nicht immer mir klebt, sondern Nähe und Distanz zulässt. Mit dem ich Konflikte austragen und überwinden kann. Bei dem unterschiedliche Bedürfnisse und Erwartungen okay sind, Gesprächsstoff liefern und dabei helfen, sich weiterzuentwickeln. Wenn das zutrifft, kann aus der Partnerschaft eine lebenslang glückliche Beziehung werden - auch wenn zwischendrin vielleicht einmal Stürme toben, findet man immer wieder zusammen.

Aus dieser Sicht gibt es nicht den einen Seelenpartner, den man finden muss, um glücklich zu werden. Stattdessen gibt es Menschen, die besonders gut zu uns passen, weil sie ähnlich "ticken" und ihnen die gleichen Dinge wichtig sind wie uns. Dann müssen beide aber auch Arbeit in die Beziehung investieren, um sich immer näher zu kommen und eine dauerhafte, tiefe Verbindung zueinander zu spüren.

Wie kann man seinen Seelenpartner erkennen?

Einen potentiellen Seelenverwandten zu finden, ist nicht immer einfach. Je mehr Druck sich Menschen bei der Suche machen, desto geringer sind die Chancen sogar, jemanden kennen zu lernen, der besonders gut zu einem passt. Ist man nervös und angespannt, hat man bei der Partnersuche meist keinen Erfolg. Mit einem unverstellten Auftreten und einer entspannten Ausstrahlung kommt man bei seinen Mitmenschen meist besser an.

Dem Seelenpartner kann man überall begegnen: auf einem zufälligen Spaziergang, im Urlaub, im Supermarkt oder auf einer Party. Trotzdem muss man nicht täglich darauf warten, den Seelenpartner zu finden. Bis zu diesem Zeitpunkt kann man sich selbst weiterentwickeln und wachsen.

Für eine Seelenpartnerschaft braucht es emotionale Reife. Je authentischer, offener und entspannter ein Mensch sein Leben gestaltet, desto einfacher ist es, den Menschen fürs Leben zu treffen. Beziehungen sollten gleichberechtigt, liebevoll und offen gestaltet werden. Vor allem Kontakt mit anderen Menschen führt dazu, dass sich Individuen weiterentwickeln. Durch Partnerschaften lernt man selbst, Liebe zu geben, zu empfangen und emotionale Intimität zuzulassen. Mit jeder Beziehung gestaltet man seine Partnerschaft bewusster und wächst daran. Somit können auch Beziehungen, die wieder auseinander gehen, einen vorbereiten: auf die eine Partnerschaft, die bis ans Lebensende hält.

Seelenverwandten erkennen: 10 typische Anzeichen

Wie merkt man, ob die Beziehung so gut und stabil ist, dass man von einer Seelenpartnerschaft reden kann? Die folgenden Anzeichen helfen dabei.

1) Sich gegenseitig gut tun

Um eine Seelenpartnerschaft von toxischen Beziehungen zu unterscheiden, muss eins klar sein: Die zwei Partner tun sich gegenseitig gut. Sie manipulieren sich nicht und setzen sich nicht gegenseitig unter Druck. Stattdessen behandeln sie sich respektvoll, auch wenn einer mal gekränkt ist. Schließlich wollen beide, dass es ihrem Gegenüber möglichst gut geht - und tun auch etwas dafür.

2) Anziehungskraft

Auch nach Jahren der Beziehung ist beiden klar: Das ist der Mensch, mit dem ich gerne Zeit verbringe, gemütlich auf der Couch sitze oder mich in Abenteuer stürze. Dabei spielen weder Aussehen noch Reichtum eine Rolle, es geht um den Charakter des Menschen und die Beziehung, die man miteinander teilt.

3) Übereinstimmung

Werte, Normen und Verhaltensweisen passen gut zueinander. Oftmals gibt es viele Parallelen: Beide sind sportlich und abenteuerlustig, beide lesen die gleichen Bücher oder machen zusammen Musik. Wenn das nicht der Fall ist, profitieren beide von den Hobbys und Besonderheiten ihres Partners, statt sich darüber zu beklagen.

4) Bereicherung

Beide Personen fühlen sich durch ihren Partner bereichert. Würden sie ihn oder sie nicht kennen, würde ihnen etwas fehlen - bewusst oder unbewusst.

5) Verbindung

Die Verbindung zwischen zwei Seelenpartnern hat nichts mit der räumlichen Nähe zu tun. Auch, wenn sie beide voneinander getrennt sind, wird die Bindung zwischen ihnen nicht schwächer. Sie sind beide bemüht, per Telefon, Videochat, Brief - was auch immer möglich ist - miteinander in Kontakt zu bleiben und sehnen sich danach, den anderen wieder zu sehen.

6) Empathie

Dadurch, dass sich die Seelenpartner oftmals so ähnlich sind, können sie auch ein großes Verständnis für ihren Partner aufbringen. Somit verstehen sich Seelenverwandte "blind" und benötigen aufgrund des Einfühlungsvermögens kaum Worte. Wenn es dem anderen schlecht geht, merkt dies der Partner sofort und tut alles dafür, dass es dem Seelenpartner wieder besser geht.

7) Akzeptanz

Man muss sich nicht verstellen oder verbiegen, sondern kann genauso sein, wie man wirklich ist.

8) Mitteilungsdrang - und angenehme Stille

Seelenpartner können oftmals endlos lange mit ihrem Partner reden. In der Beziehung wird es nie langweilig, es finden immer wieder neue Gespräche statt und beide entwickeln sich weiter. Aber auch Stille ist mit dem Seelenpartner nicht peinlich oder unbequem. Stattdessen kann man wunderbar gemeinsam entspannen.

9) Veränderung

Menschen, die ihren Seelenpartner gefunden haben, haben das unbestimmte Gefühl, dass alles besser wird. Dabei spüren sie, dass ihnen ihr Partner guttut und sich das Leben positiv verändert.

10) Gemeinsame Lebensziele

Die Parallelen können so weit reichen, dass beide Seelenpartner die gleichen Ziele im Leben verfolgen. Auch, wenn manche dieser Ziele ein Kompromiss sein mögen: Beide können mit vollen Herzen "ja" zu den Zielen sagen und sind bereit, sich in die gleiche Richtung zu entwickeln.