Wasch- und Putzmittel

Waschsoda: Der umweltfreundliche Alleskönner im Haushalt

15.8.2022, 08:56 Uhr
Waschsoda hilft bei der Reinigung von Klamotten. Wie genau, erfahren Sie in diesem Beitrag.

© Monfocus, Pixabay, LizenzCC Waschsoda hilft bei der Reinigung von Klamotten. Wie genau, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Im Haushalt eignet sich Soda nicht nur zum Waschen, sondern auch für die Entfernung von hartnäckigem Schmutz. Potenzielle Anwendungsbereiche sind verkrustete Pfannen oder verdreckte Fußböden. Während Waschsoda früher in jedem Haushalt zu finden war, ist es heute nur noch selten vorrätig.

Was ist Waschsoda?

Soda ist ein Salz der Kohlensäure namens Natriumcarbonat (Na2CO3). Das feine, weiße Pulver sollte allerdings nicht mit Natron verwechselt werden, das als Natriumhydrogencarbonat (NAHCO3) bekannt ist. Denn Natron kommt vornehmlich in der Küche beim Backen zum Einsatz.

Waschsoda wird mit Wasser gemischt zu einer starken Lauge und bietet dank der alkalischen Eigenschaft eine fett- und eiweißlösende Wirkung. Daher ist Waschsoda ideal, um mit wenig Aufwand hartnäckige Verschmutzungen sowie Fettflecken zu entfernen oder unangenehme Gerüche zu binden.

Das Waschsoda ist ein altbewährtes Hausmittel gegen hartnäckige Verschmutzungen, Fett und unangenehme Gerüche. Soda kann nicht nur zum Waschen verwendet werden, sondern bietet auch im Bad, in der Küche und sogar im Garten unzählige Anwendungsmöglichkeiten.

Waschsoda - Die Anwendung

Wer Waschsoda einsetzen möchte, hat zahlreiche Möglichkeiten. Denn das Hausmittel gilt als Alleskönner. Einen Überblick über die verschiedenen Anwendungsbereiche gibt es im Folgenden.

Schmutzwäsche mit Waschsoda reinigen

Vergilbte oder fleckige Wäsche kann man über Nacht in eine Soda-Lauge einlegen und am nächsten Tag in der Waschmaschine reinigen. Wer einen Esslöffel Waschsoda bei jedem Waschgang in die Maschine gibt, macht das Wasser weich. Somit wird weniger Waschmittel erforderlich – gut für Geldbeutel und Umwelt. Waschsoda hilft zudem effektiv bei der Beseitigung von Blutflecken auf der Kleidung. Auch bei muffelnder Kleidung bewirkt Waschsoda wahre Wunder im Vergleich zu herkömmlichen Waschmitteln. Vorsichtig sollte man allerdings bei empfindlichen Stoffen wie Wolle, bunter Kleidung und Seide sein.

Zugleich kann man mit Waschsoda auch ein umweltfreundliches Waschmittel herstellen.

Vier Esslöffel Waschsoda werden mit 30 Gramm geraspelter Kernseife und zwei Liter Wasser vermengt. Fertig ist das selbstgemachte Waschpulver.

Die Mischung wird nun kurz aufgekocht und sollte eine Stunde abkühlen. Bei Bedarf kann man noch ein paar Tropfen ätherisches Öl hinzufügen, um einen angenehmen Duft zu kreieren. Diese Mischung kann einfach in verschließbare Flaschen abgefüllt werden. Für einen Waschgang reichen circa 150 bis 200 Milliliter des Selfmade-Waschmittels.

Putzen mit Waschsoda

Waschsoda verstärkt die Reinigungskraft, sodass man so gut wie alles wieder strahlend sauber bekommt. Folglich müsste man Waschsoda doch für den Haushaltsputz gezielt einsetzen können.

Soda als Allzweckreiniger

Um Soda als Allzweckreiniger zu verwenden, mischt man einfach einen Esslöffel Waschsoda mit einem Liter Wasser. Jetzt können Flächen wie Holz, PVC-Boden oder Fliesen gereinigt werden. Nach dem Putzen sollten die Flächen mit klarem Wasser nachgewischt werden.

Verkrustete Pfannen und Töpfe

Wer eingebrannte, verkrustete Pfannen oder Töpfe säubern möchte, nimmt einfach zwei Esslöffel Pulver und löst dieses in einem Liter Wasser auf. Danach wird die Mischung in die Pfanne oder den Topf gegeben, dieser wird sodann kurz auf dem Herd erhitzt, damit sich die Wirkung noch verstärkt. Nach einer halben Stunde Einwirkzeit lassen sich die Verkrustungen ganz einfach entfernen.

Oberflächen

Um stark verschmutzte oder fettige Oberflächen zu reinigen, empfiehlt sich eine Sodalösung. Dabei wird ein Esslöffel Waschsoda mit einem halben Liter Wasser vermengt und in eine Sprühflasche umgefüllt. Nachdem die Oberflächen mit dem Waschsoda eingesprüht wurden, werden sie mit einem nassen Lappen abgewischt.

Backofen

Mit einer Waschsoda-Lauge kann auch der Backofen effektiv gereinigt werden. Die Mischung lässt man nach dem Einsprühen einige Minuten einwirken und spült sie dann mit klarem Wasser ab, bis alle Reste entfernt sind.

Küchengeräte

Waschsoda kommt auch bei der Reinigung von Haushaltsgeräten zum Einsatz. Dunstabzugshaube, Schränke, Arbeitsflächen oder Fußböden sind potenzielle Anwendungsbereiche. Hartnäckige Verschmutzungen lassen sich mit der bekannten Lösung im Handumdrehen reinigen.

Toilette

Ein Esslöffel Waschsoda reicht, um die Toilette effektiv zu reinigen. Danach putzt man mit der Klobürste nach und betätigt die Spülung. Wer zudem noch Essig verwendet, entfernt hartnäckigen Urinstein. Beide Stoffe reagieren nämlich miteinander und schäumen dabei. Zudem entsteht eine alkalische Lösung (Natriumacetat in Wasser). Noch effektiver ist die Anwendung von Soda und Essig als selbst angerührte Paste.

In unserem Beitrag erfahren Sie, welche Hausmittel gegen eine verstopfte Toilette helfen.

Fugenreiniger

Waschsoda fungiert auch wunderbar als Fugenreiniger. Damit das Fliesenbild wieder in neuem Glanz erstrahlt und vor Schimmelbefall bewahrt wird, kann man die Fugen einfach mit Soda und etwas Wasser putzen. Empfehlenswert ist dabei eine alte Zahnbürste, um wirklich tief in die Fugen zu gelangen.

Waschsoda gegen Unkraut im Garten

Teilweise gibt es Gerüchte, dass Waschsoda gegen Unkraut verboten ist. Aktuell gibt es jedoch keine gesetzlichen Vorschriften, die den Einsatz von Waschsoda im Garten begrenzen oder verbieten. Waschsoda ist zwar grundsätzlich umweltfreundlich, sollte aber als Unkrautvernichter mit Bedacht eingesetzt werden.

Zunächst stellt man eine Lauge her, indem man das Waschsoda mit Wasser mischt (pro Liter maximal ein Esslöffel Waschsoda). Die Mischung gibt man in eine saubere Sprühflasche und besprüht das Unkraut gezielt mit der Lösung. Zu anderen Pflanzen sollte man mindestens zehn Zentimeter Abstand halten. Am besten nutzt man das Unkrautvernichtungsmittel nur auf Terrassenplatten oder Gehwegen.

Bei der Anwendung sollte das Waschsoda weder eingeatmet werden noch Haut oder Augen berühren. Daher sind ein ausreichender Abstand und Gummihandschuhe stets empfehlenswert.

Algen auf der Terrasse entfernen

Wer grünen Algenbelag auf dem Balkon hat, kann Waschsoda als Wundermittel einsetzen. Der Belag wird mit einer Soda-Lauge eingeweicht und schon glänzt der Balkon wieder wie neu. Sogar Steinplatten werden durch die Anwendung optisch aufgehellt. Auch Gartengeräte, Balkonbrüstungen oder Zäune können mit einer Waschsoda-Lauge gereinigt werden.

Zudem können weiße Gartenmöbel oder Fensterrahmen mit Schmierfilm aus Kunststoff mit Waschsoda wieder zum Strahlen gebracht werden.

Waschsoda zum Abfluss reinigen - so geht’s

Verstopfungen in einem Abfluss können mithilfe von Waschsoda gelöst werden. Zuerst gibt man einige Esslöffel Waschsoda in den Abfluss und gießt anschließend eine halbe Tasse Essigessenz nach. Jetzt muss man nur noch abwarten, bis das Sprudeln aufhört und spült dann heißes Wasser nach. Wer möchte, kann noch mit einer alten Zahnbürste nachschrubben, um wirklich alle Reste rückstandslos aus dem Abfluss zu entfernen. Zugleich neutralisiert man auch unangenehme Gerüche.

Wo gibt es Waschsoda zu kaufen?

Waschsoda gibt es in zahlreichen Geschäften. Natürlich kann man das Pulver auch bequem im Internet bestellen. Alternativ kann man Waschsoda in Drogerien oder Supermärkten kaufen. Beispielsweise sollte das Wundermittel in jedem DM, Edeka, Müller, Rewe, Rossmann oder Kaufland erhältlich sein.

Waschsoda anwenden: Das muss man beachten

Bei Glas, Granit und Marmor sollte man lieber auf Soda verzichten. Die alkalischen Eigenschaften von Soda greifen empfindliche Oberflächen an. Marmor oder Granit könnten sich bei Anwendung einer Soda-Lauge verdunkeln.

Man sollte zudem immer darauf achten, reines Soda zu kaufen. Verwechslungsgefahr besteht mit Back-Soda. Das Soda muss immer trocken gelagert werden, damit es nicht klumpt.

Bei der Anwendung von Soda sollte man Handschuhe tragen. Das Hausmittel reizt nämlich andernfalls die Haut. Insbesondere die Schleimhäute reagieren sehr empfindlich auf das Waschsoda. Beim Putzen sollte daher unbedingt auf eine heiße Soda-Lauge verzichtet werden, sodass keine Dämpfe eingeatmet werden. Ausgiebiges Lüften ist im Anschluss ebenfalls empfehlenswert.

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