Doping im Triathlon: Ironman aus Bamberg wird WM-Titel aberkannt

Kevin Gudd
Kevin Gudd

Nordbayerische Nachrichten Forchheim und Ebermannstadt

E-Mail zur Autorenseite

5.3.2020, 07:29 Uhr
Ein entkräfteter Christopher Dels nach vollbrachter Hawaii-Qualifikation in Texas im April 2019.

Ein entkräfteter Christopher Dels nach vollbrachter Hawaii-Qualifikation in Texas im April 2019. © Böhnlein Sports

Die Unberechenbarkeit eines Langdistanz-Wettkampfs (3,8 km Schwimmen/180 km Radfahren/42,2 km Laufen) bekam Christopher Dels, der bis 2017 für den SSV Forchheim startete und sich danach über Sponsoren ein professionelles Umfeld aufbaute, in der Vorbereitung mehrmals schmerzlich zu spüren. Doch auf der Insel der Extreme ging sein Plan voll auf. In 8:44:12 Stunden stieß der 35-Jährige unter 2300 Teilnehmern auf Platz 35 fast ins Feld der Profis vor und freute sich zunächst über Platz 2 in der Altersklasse M35-39 Jahre. Nachträglich stuften ihn die Veranstalter kurz vor Weihnachten sogar auf Platz 1 nach oben und kürten ihn zum Titelgewinner, weil Konkurrent Sergio Marques aus Portugal im Jahr 2019 bereits als Profi unterwegs war. 

Kochsalz-Lösung wurde zum Verhängnis 

Nun hat aber auch den Franken, der in der neuen Saison mit Profi-Lizenz in Roth angreifen wollte und die jüngsten Faschingsferien mit einer neuen Rad-Rennmaschine im Trainingslager auf Mallorca verbrachte, seine Vergangenheit eingeholt. Per Mitteilung auf seiner Facebook-Seite wendete sich Christopher Dels selbst an die Öffentlichkeit und bezog Stellung zur Entscheidung der Ironman-Organisation vom 8. Februar, ihm wegen eines Verstoßes gegen die Richtlinien der Weltantidoping-Agentur WADA gleich zwei Titel abzuerkennen. Denn die Bestrafung basiert auf einem Ereignis mehrere Monate vor dem Termin auf Hawaii, als sich Dels mit dem Sieg in Texas bei der nordamerikanischen Meisterschaft die Qualifikation sicherte.

Während sämtliche Doping-Proben (Blut und Urin), wie der Bamberger betont, in beiden Rennen negativ ausfielen, wurde ihm eine Infusion mit Kochsalz-Lösung zum Verhängnis. Zehn Tage vor dem Wettkampf von einem Magendarm-Virus geplagt, hielt der Schützling von Trainer Swen Sundberg nach eigener Auskunft zwar Rücksprache mit seinem betreuenden Arzt in Deutschland, um sicherzustellen, dass die Infusion keine illegalen Substanzen enthält. Aber die Verabreichung wäre nur in Absprache mit dem offiziellen Rennarzt in einem Krankenhaus zulässig gewesen. Ausgerechnet eine Videobotschaft auf Facebook an die eigene Fangemeinde, in der Dels offen über die Infusion sprach, diente als Schuldbeweis statt als Argument zu seiner Verteidigung.

Triathlet Dels spricht von einem Fehler

"Mein Fehler war es, dass ich den Wada Code nicht gelesen hatte obwohl ich dies durch einen Klick bei der Anmeldung bestätigt hatte. Hätte, hätte Fahrradkette…Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Als ambitionierter Triathlet hätte mir das nicht passieren dürfen. Natürlich ärgert mich meine eigene Nachlässigkeit sehr, die nicht gerade weltmeisterlich war. Aus diesem Grund akzeptiere ich die Konsequenzen", schreibt Dels, für den rückwirkend vom 20. April 2019 eine 14-monatige Wettkampfsperre gilt. Doch ein "perfektes Rennen bei der Weltmeisterschaft auf Hawaii" und die "schönen Erlebnisse auf dem Weg dorthin bleiben für immer".


Der Challenge Roth findet am 5. Juli statt. In diesem Jahr ist das Starterfeld gespickt mit Weltklasse-Athleten, welche Stars antreten, lesen Sie in diesem Artikel. Alle weiteren Informationen zum Challenge Roth gibt's hier.