NN-Serie "Mitten unter uns"

Gräfenbergs Wohnzimmer ist sogar in Frankreich bekannt

22.10.2021, 06:00 Uhr
Eine Tradition für die Gräfenberger: Im kleinen Supermarkt der Familie Wölfel am Marktplatz findet mehr als nur der Einkauf statt.

Eine Tradition für die Gräfenberger: Im kleinen Supermarkt der Familie Wölfel am Marktplatz findet mehr als nur der Einkauf statt. © Foto: Berny Meyer

Keine Frage, der Nahversorger dem es gelungen ist, trotz eines beachtlichen Sortiments den positiven Charme eines Tante-Emma-Ladens zu erhalten, ist stundenweise ein sozialer Treffpunkt mitten im Gräfenberger Wohnzimmer, dem historischen Marktplatz. Daneben sorgen unter anderem auch zwei Metzger, ein Bäcker, ein Haushaltswarengeschäft zwei Banken sowie mehrere kleinere Ladengeschäfte für ein lebendiges Zentrum.

Die Kundschaft beim alteingesessenen Lebensmittelgeschäft geht durch alle Altersgruppen. "Viele unserer Kunden kommen bereits seit Jahren oder Jahrzehnten zu uns. Wir kennen sie namentlich. Aber auch viele Schüler kommen auf dem Weg zum Zug bei uns vorbei, das sind dann Stoßzeiten, in denen wir alle Hände voll zu tun haben", freut sich Armin Wölfel, der bereits als Kind im Laden seiner Eltern mitgeholfen hat und der sich "Gräfenberg ohne uns gar nicht vorstellen kann".

Der Edeka-Markt der Familie Wölfel ist mehr als nur ein Einkaufsmarkt.

Der Edeka-Markt der Familie Wölfel ist mehr als nur ein Einkaufsmarkt. © Berny Meyer, NN

Seit 1985 arbeitet seine Frau Brigitte mit im Laden, den sie im August 2020 während der Corona-Krise für fünf Wochen geschlossen ließen und von Grund auf renovierten. Dabei sehr viel mit Eigenleistung. "Wenn wir dann einmal schnell etwas zum Weiterarbeiten benötigten, dann ging ich hinüber zum Hengelein, der hat fast alles", lobt Armin Wölfel das Ladengeschäft gegenüber.

Sorgen bereitet den Kaufleuten die Parksituation, denn "die Parkplätze werden viel von Dauerparkern belegt, sie fehlen dann für unsere Kunden".

Besonders auf die Käse-Theke ist man hier stolz. 

Besonders auf die Käse-Theke ist man hier stolz.  © Berny Meyer, NN

Naturgemäß ist die Konkurrenz durch die großen Märkte am Stadtrand sehr groß, "doch wir punkten durch unseren lokalen Bezug. Was möglich ist beziehen wir von Lieferanten aus der Region", betont Wölfel, der gemeinsam mit seiner Frau speziell auf die Käseauswahl sehr stolz ist.

Bis nach Frankreich bekannt

"Das hat sich per Mundpropaganda sogar bis in unsere französische Partnerstadt Pringy herumgesprochen. Von dort kamen bei einem Besuch in Gräfenberg Gäste zu uns und fragten nach unserem Käse", so Armin Wölfel. Dies ist durchaus eine Besonderheit, hat doch Frankreich nach den Worten von Ex-Präsident de Gaulle mehr Käsesorten hervorgebracht als das Jahr Tage hat.

Der Blick des Kaufmannpaars geht optimistisch in die Zukunft, doch, so Brigitte Wölfel, "man benötigt schon eine gehörige Portion Enthusiasmus, ohne den geht es nicht".

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