Auffrischimpfungen

Booster-Wochenenden in der Grünen Halle: Fürth drückt aufs Tempo

6.12.2021, 19:30 Uhr
Wer zweimal Moderna oder zweimal Biontech bekommen hat, kann - mit Termin - in der Grünen Halle geboostert werden. Nach der Impfung geht's dann für eine Viertelstunde noch in den Wartebereich, bevor man sich auf den Heimweg machen kann.

Wer zweimal Moderna oder zweimal Biontech bekommen hat, kann - mit Termin - in der Grünen Halle geboostert werden. Nach der Impfung geht's dann für eine Viertelstunde noch in den Wartebereich, bevor man sich auf den Heimweg machen kann. © Foto: Armin Leberzammer

Die Warteschlangen um die Mittagszeit waren zunächst überschaubar, niemand musste sich bei widrigen Wetterverhältnissen im Schneematsch des Südstadtparks stundenlang die Beine in den Bauch stehen, denn: "Wir impfen nur mit Termin", so Klaus Meyer, der Leiter des Impfzentrums.

Damit habe man Szenen wie in anderen Städten, wo Impfwillige mitunter sehr lange – und manchmal dann sogar vergebens – auf ihren Piks warten mussten, vermeiden wollen. Auch in Fürth hatten sich im November lange Schlangen gebildet. Auf Kritik, es gebe in der Telefonhotline zur Terminvergabe kaum ein Durchkommen, antwortet Meyer: Man habe deren Kapazität verdoppelt und Wartezeiten zumindest reduzieren können. Angesichts der "sehr hohen Nachfrage" aber sei weiter Geduld gefordert. Wenn möglich, empfiehlt er daher die Online-Anmeldung.

Kurzentschlossene mussten am Wochenende trotzdem nicht unbedingt leer ausgehen, denn über das Portal www.impfzentren.bayern sei eine Terminvergabe noch am selben Tag möglich gewesen. "Wir hatten mit bis zu 900 Impfungen am Samstag gerechnet – haben jetzt aber kurzfristig weitere Termine online freigeschaltet", berichtete Meyer gegen 11 Uhr vormittags.

Begonnen hatte die Impfaktion bereits um 8 Uhr, sie lief samstags und sonntags bis 20 Uhr – und sie wird an den kommenden beiden Adventswochenenden in der Grünen Halle wiederholt. Um die damit geschaffenen zusätzlichen Kapazitäten möglichst effektiv nutzen zu können, wird dabei ausschließlich geboostert – also die dritte Impfdosis zur Auffrischung gespritzt. "Wir haben das bewusst so entschieden, weil beim Boostern viel weniger Informations- und Aufklärungsarbeit erforderlich ist", erklärte der Fürther Landrat Matthias Dießl.

Auch eine weitere Voraussetzung soll dazu beitragen, dass möglichst viele dran kommen können: Geboostert wird in der Grünen Halle nur, wer zuvor zwei Mal mit Biontech oder zwei Mal mit Moderna geimpft wurde. Kreuzimpfungen werden nicht durchgeführt, weil sie einen erhöhten Aufklärungsbedarf bedeuten. Auch wer zwei Mal Astrazeneca bekommen hat, kann in der Grünen Halle nicht berücksichtigt werden, weil mit Biontech und Moderna geboostert wird.

Lob für die Ehrenamtlichen

Beim gemeinsamen Besuch des zeitweiligen Impfzentrums zusammen mit Fürths Oberbürgermeister Thomas Jung lobte Dießl den Einsatz der zahlreichen haupt- und ehrenamtlichen Helfer – neben den zwölf medizinischen Impfteams immerhin 80 Frauen und Männer von Feuerwehren, THW und BRK. Sie wiesen Parkplätze aus, geleiteten gebrechliche oder behinderte Menschen über den rutschigen Untergrund zum Eingang der Halle oder hatten ein Auge darauf, ob bei gerade Geimpften Nebenwirkungen auftraten.

Positive Effekte machte indes OB Jung aus: Weil seinen Angaben zufolge inzwischen 14 Prozent der Bevölkerung in Fürth geboostert ist und man damit über den zwölf Prozent im Bundesdurchschnitt liege, mache sich das "ein Stück weit auch bei den Infektionszahlen bemerkbar".

Vom Höchststand 637 am 26. November ist die Inzidenzzahl in der Stadt auf 455 am Samstag gefallen. "Das ist kein Grund für Entwarnung, aber ein Grund zur Hoffnung und eine sehr wichtige Botschaft für das gestresste Klinikpersonal", findet Jung.

Stadt und Landkreis wollen derweil die Kampagne weiter ausbauen. Bisher seien rund 40.000 Booster-Impfungen durchgeführt worden. Ziel sei es, so Dießl, noch im Dezember die 50.000er-Marke zu knacken. Neben den Impfzentren in der Rosenstraße sowie den Stationen in den Einkaufszentren Flair (Fürth) und Forum (Stein) ist laut Rechtsreferent Mathias Kreitinger die Anmietung einer weiteren Anlaufstelle in der Fürther Fußgängerzone im Gespräch. Deren Eröffnung ist für den 15. Dezember geplant.