Hohe Auszeichnung

Geehrt: OB Thomas Jung steht seit 25 Jahren an der Spitze der Lebenshilfe

Hans-Joachim Winckler
Hans-Joachim Winckler

Redaktion Fürth

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12.10.2021, 20:00 Uhr
Thomas Jung (von links) bekam von der Landesvorsitzenden Barbara Stamm die goldene Ehrennadel überreicht. Hannelore Schreiber wurde für 10 Jahre, Diethart Bischof für 20 Jahre Vorstandsarbeit geehrt.

Thomas Jung (von links) bekam von der Landesvorsitzenden Barbara Stamm die goldene Ehrennadel überreicht. Hannelore Schreiber wurde für 10 Jahre, Diethart Bischof für 20 Jahre Vorstandsarbeit geehrt. © Hans-Joachim Winckler, NN

In einer kleinen Feierstunde im Café Samocca überreichte Barbara Stamm, die Vorsitzende des Lebenshilfe-Landesverbandes Bayern, die hohe Auszeichnung. Thomas Jung habe mit seinem Engagement maßgeblich an der Entwicklung des Vereins zu einem großen sozialen Unternehmen beigetragen, sagte Stamm.

So seien in dieser Zeit wichtige Einrichtungen und Dienste für Menschen mit Behinderung und deren Familien entstanden, etwa das sonderpädagogische Förderzentrum in Oberasbach oder der Bau einer weiteren Werkstatt auf der Hardhöhe. „Sie haben sich nie gescheut, auch in schwierigen Zeiten weitreichende und mutige Entscheidungen zu treffen“, sagte die früherer Landtagspräsidentin in ihrer Laudatio.

Positive Entwicklung

Das spiegelt sich auch in der Beschäftigtenzahl der Lebenshilfe wider, die in den vergangenen 25 Jahren von 400 auf 550 gestiegen ist. Im gleichen Zeitraum wuchs die Zahl der betreuten Menschen in ihren 18 Einrichtungen von 1200 auf 1750. Der Umsatz der Fürther Lebenshilfe ist von 1995 bis 2020 von 10 auf 30 Millionen Euro gestiegen.

Zahlreiche Neubauprojekte zum Wohnen und Arbeiten fallen in die Amtszeit Jungs als Vorsitzender der Fürther Lebenshilfe. Am Beginn stand Ende der 1990er Jahre etwa die Eröffnung des Sternstunden-Kindergartens in der Südstadt, 2008 wurde der Werkstattladen in der Ludwig-Erhard-Straße eröffnet, 2015 das Café Samocca in der Neuen Mitte.

Auch das Inklusionsprojekt „Berufung Musiker“, das zwischen der Lebenshilfe und er Musikschule besteht und seit über zehn Jahren Menschen mit Behinderung eine zweijährige musikalische Berufsausbildung ermöglicht, habe dazu beigetragen, dass Menschen mit Behinderung mitten in der Gesellschaft angekommen seien, so Stamm.

Thomas Jung verwies darauf, dass des alles nicht ohne ein funktionierendes Team möglich gewesen wäre. „Ich hatte immer tolle Geschäftsführer, auf die ich mich absolut verlassen konnte.“ Für die Zukunft hat Jung noch einiges vor: So stehe die Umwandlung der Lebenshilfe Fürth weg von der bisherigen Vereinsstruktur in Richtung eines Wirtschaftsunternehmen an.

Ehrung für Vorstandsmitglieder

Im Rahmen der Feierstunde wurden außerdem noch langjährige Vorstandsmitglieder für ihr Engagement geehrt. Hannelore Schreiber gehört seit über zehn Jahren dem Gremium an, seit 2013 ist sie stellvertretende Vorsitzende. Als Mutter einer inzwischen erwachsenen Tochter mit Rett-Syndrom, die im Wohnpflegeheim lebt und die Förderstätte besucht, engagiert sich Hannelore Schreiber schon seit den 1980er Jahren ehrenamtlich für die Lebenshilfe und war von 1990 bis 2014 hauptamtlich beschäftigt. Mit ihrer empathischen, familiären Wesen sei sie ein großer Glücksfall für die Lebenshilfe, sagte Jung.

Für 20 Jahre Vorstandsarbeit wurde Diethart Bischof geehrt. Er unterstützt unter anderem aktiv die Kompetenzteams Arbeit und Beschäftigung und den Bereich Öffentlichkeitsarbeit. In der Vergangenheit kümmerte er sich für die Werkstätten unter anderem um alternative Beschäftigungsmöglichkeiten. Von 1986 bis 1993 war er stellvertretender Vorsitzender. In Abwesenheit wurde Sandra Schober geehrt, die seit 20 Jahren als Besitzerin im Vorstand mitwirkt. Sie selbst hat eine Schwester mit Down-Syndrom, die seit ihrer Geburt von Einrichtungen der Lebenshilfe begleitet wird. Einige Zeit hat Sandra Schober auch ehrenamtlich im Samocca-Café mitgeholfen.

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