Verbindungen gesucht

Wo hapert es für Radler? Mapathon füllt Lücken in Fürth

28.7.2021, 11:00 Uhr
Auf der Suche nach Radwegoptimierung rücken auch die Verbindungen von und zur Südstadt in den Blickpunkt – wie hier an der Jakobinenunterführung.

Auf der Suche nach Radwegoptimierung rücken auch die Verbindungen von und zur Südstadt in den Blickpunkt – wie hier an der Jakobinenunterführung. © Foto: Hans-Joachim Winckler

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) rief im Juni des vergangenen Jahres engagierte Bürger dazu auf, die Radwege ihrer Wohnorte online zu kartografieren. In Fürth hat sich für diesen sogenannten Mapathon ein 13-köpfiges Team unter dem Dach des ADFC Fürth gebildet, das das Radwegenetz der Stadt und des Landkreises dokumentiert und um Verbesserungsvorschläge ergänzt. Jetzt wollen die Rad-Enthusiasten um Olaf Höhne ihre Ergebnisse den verantwortlichen Politikern vorstellen.

Auf den ersten Blick wirkt die virtuelle Karte mit ihren bunten Linien und Stecknadeln wie ein Wimmelbild. Klick für Klick blendet ADFC-Chef Olaf Höhne die verschiedenen Ebenen aus, auf denen Ost-West- und Nord-Süd-Verbindungen sowie häufig angefahrene Orte wie Schulen, die Innenstadt oder Industriegebiete eingezeichnet sind.


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Übrig bleibt ein Netz von Strichen, das immer wieder Lücken aufweist. Anhand der Karte lässt sich leicht erklären, wohin der Radverkehr in Fürth fließt und wo er durch unvollständige Wege unterbrochen ist. Mit Hilfe von Kartenmaterial haben die Aktivisten an ihren Computern jede einzelne bestehende Strecke eingetragen und so eine Basis geschaffen, auf der künftig Projekte umgesetzt werden können.

"Das Radwegekonzept der Stadt Fürth aus dem Jahr 2015 braucht eine dringende Auffrischungskur", sagt Höhne. Das in die Jahre gekommene Werk sei vorwiegend eine Liste mit geplanten Baumaßnahmen. Deswegen haben sich die Radelnden auch Gedanken über das ideale Netz für die Stadt und die Anbindung an den Landkreis sowie die Nachbarstadt Nürnberg gemacht.

Notwendige Infrastrukturmaßnahmen, wie Brücken und Unterführungen, sollen demnach vorrangig umgesetzt werden, da sie deutlich mehr Zeit benötigen. Solche Baumaßnahmen sind freilich auch sehr teuer – deshalb will die Gruppe die Politik in die Pflicht nehmen.

Auf wenige Vorrangrouten wollen sich die Aktivisten nicht beschränken lassen. "Jede Adresse im Stadtgebiet muss sicher, legal, bequem und ohne Umwege per Rad erreichbar sein", so Höhnes Anspruch. Aus rechtlicher Sicht gebe es dafür keine Hürden, denn nur für Frankenschnellweg und Südwesttangente besteht ein Benutzungsverbot.

Eine gute Erreichbarkeit des Zentrums von der Südstadt und der Hardhöhe aus ist ein weiteres Anliegen. Auch Einbahnstraßen sollen für Radler in beide Richtungen geöffnet werden. Eine Maßnahme, die ohne großen Aufwand möglich sei. Ein Reizthema dürfte eine Umweltspur auf der Nürnberger Straße werden. Laut Stadtplanungsamt ist hier für den Herbst ohnehin eine Erneuerung geplant – dann könnte man, findet Höhne, gleich eine Fahrbahn für Radler reservieren und markieren. Für viele Pendler, die in Nürnberg arbeiten, könne so einen Anreiz entstehen, auf das Auto zu verzichten.


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Allerdings ist die Kreuzung an der Stadtgrenze für Radfahrer nicht nur ein Bremsklotz, sondern auch gefährlich. Dieses Nadelöhr zufriedenstellend aufzulösen, werde für die Gruppen um den ADFC Fürth, für Politik und Stadtverwaltung eine große Herausforderung.

Die ersten Schritte, um Fürth für Fahrradfahrer attraktiver werden zu lassen, sei mit dem "Mapathon" aber gemacht. Welche Maßnahmen umsetzbar und bezahlbar sind, soll nun die Verwaltung zusammen mit einem Planungsbüro prüfen.

https://umap.openstreetmap.de/de/map/arbeitsstand_netz_radverkehr_fue_dp_v02_8043#13/49.4679/10.9862

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