Demonstrationszug der Impfgegner

Warum die Impfgegner bei ihrem Marsch durch Neumarkt keine Maske tragen mussten

MOTIV: Portrait Wolfgang Fellner´, Redaktionsleiter NMN, Mitarbeiterportrait ; FOTO: Berny Meyer; honorarpfl. ABRECHNUNG: Pauschale ( ) / Einzeltermin ( X )..RESSORT: Lokales ZEITUNG: NN Ausgabe: HA ..DATUM: 27.07.2016; © BERNY 27.07.2016 Juli / berny-meyer@t-online.de / 0170 2015199 /..raiffeisen spar+kreditbank,91191 lauf ,kto. 247294, blz 76061025 / ..berny meyer, etlaswind 17, 91338 igensdorf..finanzamt forcheim, ..steuernummer 217/251/10410 steuer id 63-741-880-254........
Wolfgang Fellner

Neumarkter Nachrichten

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6.12.2021, 13:32 Uhr
Krude Geschichtsklitterung: Mit diesem Schild zog eine Frau im Demo-Zug mit.

Krude Geschichtsklitterung: Mit diesem Schild zog eine Frau im Demo-Zug mit. © Wolfgang Fellner, NNZ

Die Verantwortung für das, was geschieht, trägt alleine der Veranstalter: Die Ansage von Landratsamt und Polizei ist eindeutig. Wäre es bei der Demo „Grundrecht Initiative“ zu Zwischenfällen welcher Art auch immer gekommen, wären die Initiatoren der Demo haftbar gewesen.

Es sei aber „alles friedlich“ abgelaufen, sagt zwei Tage später der Leiter der Neumarkter Polizei-Inspektion, Polizei-Direktor Michael Danninger. Er gibt aber offen zu: „Mit so vielen Leuten hatten auch wir nicht gerechnet.“

Es waren 2000 Menschen, die mit kruden, teils rechten und geschichtsklitternden Slogans auf ihren Pappschildern über den Markt zogen und für Freiheit und gegen eine Impfpflicht demonstrierten.

Nicht mit Zustrom gerechnet

„Auch der Veranstalter hatte nicht mit so einem Zustrom gerechnet“, sagt Danninger. Dazu kam, dass der eigentliche Anmelder der Demo krankheitsbedingt ausfiel. Für ihn übernahm Erich Weber, der ebenfalls zum lokalen Vorstand der Partei „Die Basis“ gehört. Weil kein Megafon oder Lautsprecher angemeldet worden war, konnte der sich aber nicht hörbar machen.

Es sei nicht so gewesen, sagt Danninger, dass keine Polizei vor Ort war. Es waren Neumarkter Beamte im Einsatz, dazu kamen Kräfte des Unterstützungskommando. Sie passten nach der Demo noch auf, dass sich Teilnehmer nicht zu einer weiteren Versammlung im Stadtgebiet trafen. Danninger: „Ich kann aber nicht von Haus aus eine Hundertschaft anfordern.“

"Keine Maskenpflicht"

„Solange der Zug im Freien in Bewegung ist, gibt es keine Maskenpflicht“, sagt Danninger. Man könne dem Veranstalter nicht zur Last legen, wenn mehr Menschen kommen als erwartet, das sei auch nicht mit einem Bußgeld bewehrt oder strafbar.

Die Polizei könne eine Demonstration nicht einfach auflösen, wie sich das manche wohl vorstellten: Das Demonstrationsrecht sei ein Grundrecht und geschützt. Solange eine Veranstaltung genehmigt sei und friedlich ablaufe, gebe es keine Möglichkeit. Wenn es zu Ausschreitungen komme, sei das anders.

Aber auch hier stehe erst einmal der Veranstalter in der Pflicht: Er muss, sagt Danninger, auf die Teilnehmer einwirken. Gelinge das nicht, müsse er sie der Veranstaltung verweisen. Scheitere dies, greife die Polizei ein.

„Wir kommen wieder“, sagten Teilnehmer der Demo, als diese sich sehr langsam am Bahnhof auflöste. Die Neumarkter Polizei, sagt Danninger, werde dann entsprechend reagieren. Im Nachgang des Marsches habe es keine Anzeigen gegeben. Gibt es jedoch einen konkreten Schaden, sagt Michael Gottschalk, Pressesprecher des Landratsamtes, dann ist der Veranstalter in der Haftung.

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