Den Nordpol im Garten:

Lichterglanz extrem: Zu Besuch im Rother Weihnachtshaus

27.11.2021, 12:04 Uhr
Schon seit kurz nach Halloween wird der Garten der Mulzers auf Weihnachten getrimmt. Ab dem 1. Advent geht es dann im Haus weiter - eine Aufgabe, die vorwiegend Kathrin Mulzer obliegt.
 

Schon seit kurz nach Halloween wird der Garten der Mulzers auf Weihnachten getrimmt. Ab dem 1. Advent geht es dann im Haus weiter - eine Aufgabe, die vorwiegend Kathrin Mulzer obliegt.   © Yevheniia Frömter

Seit über fünf Jahren legt sich das Ehepaar dafür mächtig ins Zeug. "Der Schmuck und die Lichter werden immer mehr", sagt Kathrin Mulzer mit Stolz. Unterstützung gibt es durch Familie, Freunde und natürlich aus der Nachbarschaft. Die Mühen zahlen sich jedenfalls aus: "Wir beobachten strahlende Kinderaugen und verblüffte Passanten."

Mehr als 100 Stunden Arbeitsstunden stecken allein in der Außen-Deko.

Mehr als 100 Stunden Arbeitsstunden stecken allein in der Außen-Deko. © Yevheniia Frömter

Um das Wohnhaus im Rother Süden in ein Weihnachtsparadies zu verwandeln, haben die Mulzers die nicht minder aufwändige Halloween-Dekoration abgenommen und sofort gegen Christbaumkugeln ausgetauscht. "Allein im November wurden rund 100 Arbeitsstunden investiert", fasst Martin Mulzer zusammen. Dabei konzentriere er sich völlig auf den Außenbereich. Die Planungen dafür nehmen ein komplettes Jahr in Anspruch.

"Last Christmas" im August

"Sobald der Garten am ersten Adventswochenende leuchtet, geht es im Haus weiter", ergänzt Kathrin Mulzer. Diese Arbeit bleibt an ihr allein hängen. "Mein Mann hat dafür dann keine Nerven mehr", lacht sie. Allerdings übernimmt die "Vollblut-Weihnachtsfrau" diese Aufgabe gern. Nicht selten laufen bei ihr Weihnachtslieder selbst im Sommer.

Ihre Affinität fürs Fest hat Kathrin Mulzer unter anderem aus Amerika mit nach Mittelfranken gebracht: "Mein absolutes Vorbild ist Dyker Heights, ein Wohnviertel in Brooklyn. Ich kann nicht in Worten beschreiben, was man dort erlebt und fühlt. Es ist verrückt zu wissen, dass manche der dortigen Hausbesitzer spezielle Unternehmen beauftragen, ihr Haus für mehrere Tausend Dollar zu schmücken."

Viele Spenden von Fans

Davon sind die Mulzers allerdings noch weit entfernt und würden das Geld lieber in neue Lichterketten und Dekorationsartikel investieren. "Wo sich bei einigen der Winterblues einschleicht, flammen bei meiner Frau die Glücksgefühle auf", sagt Ehemann Martin. Eine Verschnaufpause gönnen sich die beiden jedenfalls nicht: "Wir sind ganzjährig am Suchen, kaufen sehr viel gebraucht oder im Ausverkauf."

Da sich das Projekt über die Zeit herumgesprochen habe, bekommen die Mulzers auch "Spenden" in Form von ausrangiertem Weihnachtsschmuck und nicht mehr benötigten Lichterketten "vor die Tür gestellt". Spenden gingen allerdings auch schon in die andere Richtung. "Eine Dame fragte uns spontan nach einer Spendenbox für einen guten Zweck." Gesagt, getan: "Wir konnten dadurch bereits 120 Euro an das Rother Tierheim übergeben sowie unlängst 1200 Euro an den Tierschutzverein ,Schutzengel für alle Felle'."

Beschallte Nachbarn, beschenkte Kinder

Die Aktionen werden eng mit den direkten Nachbarn abgesprochen. Immerhin spielt hin und wieder auch Weihnachtsmusik im Garten. Erstmals durften in dieser Saison auch Kinder ihre Nikolausstiefel bei den Mulzers abgeben. Bis zum 4. Dezember werden sie garantiert befüllt. "Geplant ist eine Übergabe mit Kinderpunsch und Plätzchen - natürlich durch den Nikolaus höchstpersönlich. Inwieweit das coronabedingt stattfinden kann, müssen wir kurzfristig entscheiden."

Zudem wird den gesamten Dezember ein Gewinnspiel laufen. "Dank vieler Rother Unternehmer und Gastwirte haben wir unglaublich tolle Preise, damit haben wir nicht gerechnet", freuen sich die Mulzers. Nicht zuletzt initiieren sie wieder eine Spendenaktion zu Gunsten des Kinderhospizes "Tigerauge" Nordbayern.

"Aufrüstung" aus Amerika

Bereits jetzt wird auch an die Zukunft gedacht: "Das ein oder andere Teil aus Amerika schwirrt uns schon durch den Kopf: Wir möchten das Dach in den kommenden Jahren stärker einbeziehen."

Kathrin und Martin Mulzer sind sich einig: "Weihnachten ist ein unfassbar schönes Gefühl, was man mit Kind noch intensiver erlebt." Ans Ende der Weihnachtstage wollen sie noch nicht denken. Trotzdem: Voraussichtlich am 6. Januar steht das "Projekt Abbau" auf dem Plan.

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