-0°

Freitag, 27.11.2020

|

zum Thema

"Tatort" aus Dresden: Gruselkrimi mit Herz

Die vielen Schockeffekte und Mystery-Elemente sind nichts für schwache Nerven - 13.11.2020 13:53 Uhr

Kommissarin Leonie Winkler (Cornelia Gröschel, re.) hat ein Vertrauensverhältnis zu dem Mädchen Talia (Hannah Schiller) aufgebaut, das vermeintlich seherische Kräfte hat. 

12.11.2020 © Daniela Incoronato


Da haben wir erst am vergangenen Sonntag die "Geisterstunde" aus Münster erlebt und schon geht es in der "Tatort"-Reihe weiter mit Gespenstern. Nur sind die diesmal längst nicht so freundlich-entspannt im Auftreten und lässig-kooperativ mit der Polizei. Humor haben sie außerdem schon gleich gar nicht.

"Parasomnia" heißt die neue Folge (Sonntag, 20.15 Uhr, ARD) aus Dresden – ein veritabler Horrorfilm mit hohem Gruselfaktor, Schockeffekten und Mystery-Elementen, der in einer Spukvilla aus DDR-Zeiten spielt. Das muss man mögen – oder die Nerven schonen und meiden. Aber gut gemacht ist diese atmosphärisch dichte Story von Erol Yesilkaya (Drehbuch) und Sebastian Marka (Regie), dem Team, das auch den Franken-"Tatort" "Ein Tag wie jeder andere" gemeinsam gedreht hat.

Ein Mädchen sieht Tote

Parasomnie bezeichnet laut Definition alle unangemessenen Verhaltensweisen, die während des Schlafes auftreten. Wobei "unangemessen" im Falle des Mädchens Talia Schröder (sehr überzeugend: Hannah Schiller) reichlich unangemessen klingt: Die 16-Jährige sieht Tote (und ihre Mörder).

Bilderstrecke zum Thema

"Parasomnia": Der Dresdner "Tatort" in Bildern

Mit Geistern und Dämonen bekommen es die Ermittlerinnen im neuen "Tatort" aus Dresden zu tun.


Mit ihrem Vater ist die seltsame Talia nach dem Unfalltod der Mutter vor acht Jahren in ein ziemlich baufälliges Haus gezogen. Dort überrascht sie tatsächlichen einen Mörder kurz nach seiner Tat. Ein Ereignis, das die Kleine verdrängt – wie einiges andere Grausame in ihrem Leben. Die Kommissarinnen Karin Gorniak (Karin Hanczewski) und Leonie Winkler (Cornelia Gröschel) jedenfalls kommen zunächst so gar nicht weiter bei ihren Befragungen der verstörten Zeugin zum ermordeten Handwerker in der baufälligen Villa.

Es ist Leo Winkler, die – wenn auch widerwillig – einen Draht zu dem Mädchen findet. Ihre Locken sind es wohl, die Talia an ihre tote Mutter erinnern. Zwischen den beiden entsteht in wirklich intensiv-berührenden Szenen ein Vertrauensverhältnis, das beidseits zur Lösung von Blockaden führt: Horror mit Herz sozusagen. Ein bis zum Schluss spannender "Tatort", der zarten Gemütern aber den Schlaf rauben kann.

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus dem Ressort: Region