Center-Parcs: CSU-Abgeordnete greifen BN scharf an

26.3.2021, 06:09 Uhr
Center-Parcs: CSU-Abgeordnete greifen BN scharf an

© Foto: Büro Brandl

"Erschreckend ist es, dass der BN jedem, der eine andere Meinung als er selbst hat, die Qualifikation abspricht, ja seine Reputation infrage stellt", heißt es in der Pressemitteilung des Landtagsabgeordneten Brandl und seines Bundestagskollegen Auernhammer. "Mit diesem Allwissenheitsanspruch fällt der BN in seiner Argumentation in eine Radikalität, die ihn selbst als seriösen Gesprächspartner disqualifiziert", heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Die Kreisgruppe des Bund Naturschutz hatte sich zuletzt mit einer Pressemitteilung in der Diskussion zu Wort gemeldet. Darin warf man den Verantwortlichen "Greenwashing" vor und kritisierte die Zerstörung "eines einzigartigen Naturparadieses". Den politischen Entscheidungsträgern warf man verantwortungsloses Handeln mit Blick auf zukünftige Generationen vor.

Das verärgerte offenbar die beiden Abgeordneten aus der Region. "Um es klar zu sagen: Wir reden hier von einem mit Sprengladungen versehenen und asbestverseuchten Wald, der aktuell für die Menschen gefährlich und daher nicht nutzbar ist", schreiben sie in einer Stellungnahme zu den BN-Vorwürfen. Das ist nicht falsch, aber doch zugespitzt.

Explosives Material und Asbest

Sie beziehen sich damit auf die Ergebnisse verschiedener Untersuchungen, die Center Parcs vergangene Woche in Gunzenhausen der Öffentlichkeit präsentiert hatte. Die Suche nach Belastungen auf dem Areal ergab, dass es keine problematischen Verunreinigungen im Grundwasserbereich gibt, aber tatsächlich explosives Material in größeren Mengen im Boden des Muna-Walds liegt.


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In puncto "Asbestverseuchung" beziehen sich Brandl und Auernhammer auf Platten, die für Teile der militärischen Gebäude auf dem Gelände zur Dachdeckung genutzt wurden. Solche Platten liegen heute auch immer noch auf Altbauten und Gartenschuppen. Sie können durch ihre Verwitterung eine Gesundheitsgefahr darstellen. Problematisch werden sie vor allem, wenn sie bewegt und entsorgt werden sollen.

Center Parcs habe für die Muna-Fläche eine Perspektive entwickelt, die sie mit einem Umweltkonzept versehen der Bevölkerung präsentiert habe. Nun gelte es, dieses Angebot zu prüfen und zu bewerten, schreiben die Abgeordneten. Genau dazu seien die Bürger der Gemeinden Pfofeld und Absberg in den anstehenden Bürgerentscheiden auch aufgerufen.

Zurück zur Sachlichkeit

"Es ist das gute Recht des BN, sich kritisch mit dem Projekt auseinanderzusetzen. Was man jedoch erwarten darf, ist eine sachliche Auseinandersetzung, von der die Aussagen des BN in besagtem Zeitungsartikel weit entfernt sind", kritisieren Brandl und Auernhammer. Die Radikalität der BN-Aussagen lasse für nahezu jedes neue Projekt keine Perspektive mehr zu.

"Diese Haltung zu Ende gedacht heißt, dass wir heute nicht über einen Center Parc am Brombachsee diskutieren würden, weil es das Fränkische Seenland – das Großprojekt der 1970er- und 1980er-Jahre – gar nicht geben würde. Die Seenlandschaft wäre nach der Ideologie des heutigen BN als Großprojekt nie realisiert worden."


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Abschließend sprachen sich beide Abgeordnete für das Projekt aus. "Ja, ich stehe dem Projekt ‚Center Parcs am Brombachsee‘ positiv gegenüber", heißt es von Brandl. "Ich bin mir aber durchaus bewusst, dass es noch viele Fragen zu klären gibt, besonders auch im Umwelt- und Verkehrsbereich."

Region als Ferienziel stärken

Der Bundestagsabgeordnete Artur Auernhammer aus Oberhochstatt sieht in Center Parcs eine "sehr gute Möglichkeit, das verseuchte Gelände zeitnah wieder zugänglich zu machen und gleichzeitig die Region als Ferienziel zu stärken".

Der Natur- und Umweltschutz müsse bei diesem Projekt von besonderer Bedeutung sein. So sollte das Feriendorf klimaneutral gestaltet werden, was eine nachhaltige Energieversorgung und eine gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr bedeute.

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