Nach dem Corona-Massenausbruch beim SV Sandhausen

Alois Schwartz: "Von Null auf 100" gegen den Club

Foto: Eduard Weigert Datum: 27.3.19..Wolfgang Laass....Mitarbeiterportrait
Wolfgang Laaß

NN-Sportredaktion

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17.11.2021, 16:38 Uhr
Muss nicht nur im Training am Donnerstag ganz genau hinschauen: Alois Schwartz.

Muss nicht nur im Training am Donnerstag ganz genau hinschauen: Alois Schwartz. © Sportfoto Zink / WoZi, Sportfoto Zink / WoZi

Von einer Vorbereitung möchte Alois Schwartz eigentlich gar nicht sprechen. In der jetzt fast zweiwöchigen Liga-Pause konnte der Trainer des SV Sandhausen zwischendurch nur sechs Fußballer auf dem Platz begrüßen, nachdem Anfang des Monats 18 positive Corona-Tests den Kleinstadtverein in der Nähe von Heidelberg aufgeschreckt hatten.

Seit Dienstag sind offiziell alle wieder dienstfähig, nur körperlich eben teilweise in keinem guten Zustand. Aktuell kann Schwartz „nicht 100-prozentig sagen“, wer ihm am Freitagabend im Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg (Anstoß 18.30 Uhr) tatsächlich zur Verfügung steht. Und vor allem: wie. Voll belastbar sind gerade die wenigsten, trotz überwiegend milder Verläufe.

Die Körper seien eben „immer noch geschwächt“, sagt Schwartz, der als einer der wenigen in der Lizenzspielerabteilung verschont blieb von einer Infektion, sein geglücktes Comeback beim SV Sandhausen aber trotzdem nicht wirklich genießen kann. Ebenso das Wiedersehen mit seinem Ex-Verein. Dafür ist die Lage gerade viel zu ernst.

Zwischen Juli 2016 und März 2017 durfte Schwartz den nach der verlorenen Relegation zur Bundesliga mal wieder im Umbau befindlichen Club betreuen, mit wechselndem Erfolg. Er hatte es aber auch nicht leicht nach dem Abschied einiger Leistungsträger, im bis dahin eigentlich recht lustigen Schnee-Trainingslager von Schruns kam ihm auch noch Guido Burgstaller abhanden. „Es ist leider nicht gelungen, die notwendige Stabilität zu gewährleisten, die wir uns erhofft hatten“, sagte der Sportvorstand Andreas Bornemann deshalb zwei Monate später. Es musste gehen: Alois Schwartz. Es durfte übernehmen: Michael Köllner.

Weniger Ballbesitz, mehr Zweikämpfe

So ganz hat Schwartz seine Entlassung nie verstanden, zum Verhängnis geworden ist ihm letztlich die 0:1-Niederlage im Derby, nach einem phasenweise wilden Auftritt seiner Elf und damit nur einem Punkt aus vier Spielen. Insgesamt standen sie aber gar nicht so schlecht da, der Platz im gesicherten Mittelfeld schien ihnen nicht mehr zu nehmen.

Gescheitert ist Schwartz vor allem am nervös gewordenen Umfeld, seine Philosophie tat ihr übriges; der landauf landab gefürchtete, weil vorrangig auf defensiver Kompaktheit basierende Alois-Schwartz-Fußball wollte beim Club einfach nicht so recht funktionieren. Beim SV Sandhausen funktioniert er dagegen wieder ausgezeichnet; seit Ende September ist Schwartz zum zweiten Mal Trainer am Hardtwald und hat seitdem von fünf Begegnungen nur eine verloren. Der ewige Außenseiter spielt jetzt auch wieder wie einer und so einfach wie möglich: weniger Ballbesitz, dafür mehr Zweikämpfe und weite Pässe.

Am Freitagabend werden sie sich notgedrungen wohl erst mal hinten reinstellen, um Kraft zu sparen. „Einen hohen Aufwand“ werden sie betreiben müssen, um das Tempo mitgehen zu können, sagte Schwartz nach der Einheit am Mittwochnachmittag. Muss aber gleichzeitig aufpassen, dass seine geschwächten Spieler nicht zu viel wollen: „Von Null auf 100 ist immer schwierig.“


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