Landesliga-Wettkampf am Main

Benz führt Neumarkts Triathleten auf Platz 2

Kevin Gudd
Kevin Gudd

Neumarkter Nachrichten

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10.8.2021, 14:25 Uhr
Die Triathlon-Asse aus Neumarkt zeigten beim Landesliga-Wettkampf in Kitzingen eine geschlossene Leistung, wechselten nach dem Schwimmen fast zeitgleich aufs Rad.

Die Triathlon-Asse aus Neumarkt zeigten beim Landesliga-Wettkampf in Kitzingen eine geschlossene Leistung, wechselten nach dem Schwimmen fast zeitgleich aufs Rad. © Twin Neumarkt

Dass er die muskuläre Belastung auch noch drei Tage später "in den Oberschenkeln" spürt, ist für Marco Benz abzusehen gewesen. Über vier Monate plagte sich der 40-Jährige seit dem Frühjahr mit einer hartnäckigen Sehnenentzündung im Bein, an eine vernünftige Vorbereitung auf die dreifache Herausforderung aus Schwimmen, Laufen und Radfahren war überhaupt nicht zu denken. "Ich konnte nur Radfahren", berichtet Benz, der erst Ende Juli wieder richtig mit dem Joggen anfing und die Umfänge dosiert auf 20 km pro Woche steigerte. Zu seinen Hochzeiten als bundesweit erfolgreicher Bergläufer vor über einem Jahrzehnt spulte Benz freilich ein vielfaches Pensum ab.


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Dennoch wollte sich der Familienvater aus Neumarkt den verspäteten Saisonstart in der Landesliga auf keinen Fall entgehen lassen. Die vierköpfige Mannschaft von Twin hatte 2019 den dritten Platz belegt und den anvisierten Aufstieg knapp verpasst. "Unser Anspruch war es schon, wieder vorne mitzumischen", erklärt Benz, der jedoch mit Blick auf die bundesliga-reife Besetzung der Konkurrenz aus Bamberg beim Check-In die Siegchancen vorab davonschwimmen sah. Da sich die Teilnehmer außerdem im Trockenen aufwärmen mussten, stand für die im Wasser traditionell schwächeren Neumarkter auf der olympischen Distanz (1670 m/40 km/10km) ein unangenehmer erster Renn-Abschnitt zu befürchten.

Doch die allgemeine Konfusion beim Start am Kitzinger Main-Ufer, der in Wellen von Kleingruppen erfolgen sollte und darüber trotzdem wie ein Massenstart geriet, dazu die Möglichkeit zum Tragen von Neoprenanzügen sowie eine günstige Strömung spielten den Gästen aus der Oberpfalz in die Karten. "Es fühlte sich wunderbar einfach an. Solche Zeiten sind für uns normalerweise nicht zu erreichen", sagt Marco Benz, der kurz hinter den Kollegen Daniel Reindl und Thomas Wittmann im mittleren Verfolgerfeld aufs Rad wechselte. Nun zahlte sich das Kompensations-Training aus dem Frühjahr aus, Position um Position schob sich Benz nach vorne. Nur auf dem zweimal zu bewältigenden Anstieg hoch in die Weinberge, die einen herrlichen Blick auf die unterfränkische Landschaft eröffneten, entstand ein kritischer Moment beim Einfädeln auf die kleinere Runde der Sprint-Teilnehmer.

Routinier Marco Benz spielte seine läuferische Klasse voll aus, verbesserte sich mit der drittbesten Zeit im Feld auf Rang 6.

Routinier Marco Benz spielte seine läuferische Klasse voll aus, verbesserte sich mit der drittbesten Zeit im Feld auf Rang 6. © Twin/Manuel Stark

Wiewohl sich Benz vor dem Finale "mit den Kräften fast am Ende" wähnte und sich sorgte, "ob die Schmerzen im Bein zurückkommen würden", konnte er seine Aufholjagd - angetrieben von Teamleiter Markus Stark - fortsetzen und mit der drittbesten Laufzeit schmerzfrei noch auf Platz 6 (in 1:56 Stunden) verbessern. Dass er dabei den im Ziel auf Rang 8 notierten Thomas Wittmann überflügelte und um eineinhalb Minuten distanzierte, statt mit ihm gemeinsame Sache zu machen, gehört zum Charakter solcher Triathlon-Rennen. "Anfangs wollte ich mich an den Thomas dranhängen. Aber für ein gutes Mannschaftsergebnis muss jeder auf seine eigene Platzierung schauen", erklärt Benz. Schließlich kommen nur die besten drei von vier Akteuren in die Wertung.

So avancierte Daniel Reindl in 1:59:45 Stunden auf Platz 13 zur entscheidenden Variable, die Twin den zweiten Platz hinter Topfavorit Bamberg bescherte. Lukas Gruber, der sich in 2:02 Stunden immerhin auf Rang 19 von 44 Startern behauptete, vervollständigte eine geschlossene Mannschafts-Leistung (den Verein glänzend vertraten zudem Melanie Hills mit dem dritten Platz in 1:08 Stunden bei den Frauen im Sprint und Dieter Schick mit Platz 16 in der Altersklasse M55 auf der Kurzdistanz).

Für die beiden in den September geschobenen Wettkämpfe in Hof und Weiden "haben wir uns eine gute Ausgangsposition geschaffen", freut sich Marco Benz. "Das sind Sprintstrecken, die uns noch mehr entgegen kommen sollten." Einen weiteren Muskelkater nimmt er für diesen Adrenalin-Kick gerne in Kauf.

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