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FCN-Kader unter der Lupe: Hier muss der Club nachlegen

Auf diesen Positionen braucht der Club noch Verstärkungen - 04.08.2020 17:22 Uhr

Stützen in der neuen FCN-Saison? Trotz einiger Rückkehrer braucht der Club noch externe Verstärkungen.

© Sportfoto Zink


Einen Kader nach den Wunschvorstellungen des Trainers zusammenstellen. Dieser Herkulesaufgabe wird sich Neu-Sportdirektor Dieter Hecking stellen müssen, gemeinsam mit einem noch unbekannten Sportdirektor und selbstverständlich Chefcoach Robert Klauß. Dabei sind die Bedingungen in diesem so speziellen Transferfenster alles andere als einfach für den FCN, der neben den allerorts ausbleibenden Zuschauereinnahmen auch weniger Geld aus dem TV-Topf einplanen kann.

FCN: Misidjan und drei Leihspieler kehren zurück

Jedoch, und darüber ist man sich am Valznerweiher einig, braucht es nach der vergangenen Spielzeit definitiv Verstärkungen für den Kader. Als gefühlten Neuzugang kann der Club Virgil Misidjan zählen, der die abgelaufene Saison komplett aussetzen musste, wegen seiner Fähigkeiten aber eine tragende Säule im Nürnberger Offensivspiel einnehmen kann. Dazu kommen die Leih-Rückkehrer Simon Rhein (Würzburg), Törles Knöll (Wiesbaden) und Kevin Goden (Braunschweig). Dabei ist besonders Rhein zuzutrauen, nach einer starken Saison auf dem Dallenberg das FCN-Zentrum mehr als nur in der Breite zu verstärken.

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Neben oben genannten Akteuren ist der Gerade-Noch-Gerettet-Club jedoch auf externe Neuzugänge angewiesen. Ein Überblick, auf welchen Positionen der FCN dringend noch Verstärkungen benötigt.

Innenverteidigung: Abwehr-Stabilisator Konstantinos Mavropanos ist weg, der Grieche darf sich nach einem starken Halbjahr beim FCN nun eine Liga höher in Stuttgart beweisen. Also muss der FCN nachlegen und einen Defensiv-Kumpanen für Asger Sörensen finden, der in der vergangenen Saison noch als einer der Sichersten in einer verunsicherten FCN-Abwehr galt und somit wohl auch unter Robert Klauß in der Verteidigung gesetzt sein dürfte. Da Klauß nach seiner Zeit in Leipzig auch in Nürnberg eine Dreierkette implementieren könnte, sind neben Georg Margreitter, Lukas Mühl und Talent Noel Knothe weitere Alternativen von Nöten. Als möglicher Kandidat für eine Verpflichtung wurde zuletzt Robin Bormuth gehandelt, dessen Vertrag in Düsseldorf ausgelaufen ist und daher ablösefrei zu haben wäre.

Linksverteidigung: Diese Position bekleidet nach dem Leih-Ende von Philip Heise im FCN-Kader nur noch Tim Handwerker, da Fabian Nürnberger - zu Beginn der vergangenen Saison noch Handwerkers Konkurrent - im Zentrum sowie auf der offensiven Außenbahn gebraucht wird. Sofern man beim Club auf dieser Position nicht auf Spieler aus dem eigenen Stall, wie Ekin Celebi oder Linus Rosenlöcher (beide U21), vertrauen möchte, muss auf der linken Defensivseite noch nachgelegt werden. Zumal auf solch einer laufintensiven Position schnell mal Verletzungen auftreten können.

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Offensive Außenbahn: Eine Flügelzange aus Robin Hack und Virgil Misidjan mag sich zunächst durchaus gut anhören, ist Stand jetzt aber noch sehr fraglich. Zum einen, da ein Verbleib von Hack – Nürnbergs Notenbester und Top-Scorer der vergangenen Saison – unwahrscheinlich ist. Zum anderen, da Misidjan nach einem Jahr ohne Spielpraxis sicherlich noch Zeit braucht. Und schaut man dann auf die Alternativen, sieht es plötzlich dünn aus. Freilich könnten Fabian Schleusener, Nikola Dovedan oder auch Felix Lohkemper aushelfen, doch sollte man sie nun tatsächlich lieber auf ihren Stammpositionen im Zentrum einsetzen. Einzig Talent Lukas Schleimer könnte die Flügelposition noch bekleiden, sollte in seiner ersten Profi-Saison aber nicht zu viel Verantwortung auf seine Schultern geladen bekommen. Nachlegen, FCN!

Club-Sturm: Nur zwei ernstzunehmende Alternativen in der Spitze

Sturmzentrum: Eigentlich ist die Liste an nominellen Stürmern trotz der Abgänge von Michael Frey und Mikael Ishak noch relativ lang. Mit Fabian Schleusener und Adam Zrelak stehen jedoch nur zwei ernstzunehmende Alternativen auf dieser Liste. Und dass beide in der letzten Spielzeit jeweils nur einen Saisontreffer erzielten, lässt den Wunsch nach einem echten Torjäger dann doch größer werden. Einer, der diese Rolle einnehmen könnte, ist Simon Terodde, der in Köln zuletzt nur noch als Teilzeitkraft arbeiten durfte. Ob dieser Transfer für den FCN jedoch finanziell zu stemmen ist, ist mehr als fraglich. Zudem dürfte Klauß nach seiner Zeit in Leipzig und ausgehend von seiner Art Fußball spielen zu lassen eher auf Stürmer mit Tempo aus sein.

Die Tatsache, dass der Club bis zum 5. Oktober Zeit hat, um den Kader zu komplettieren, lässt die Verantwortlichen am Valznerweiher nicht in Hektik verfallen. Das deutete auch Dieter Hecking bei seiner Vorstellung an. Dennoch: zu viel Zeit sollte man sich auf dem Transfermarkt nie lassen.

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Tim Sohr Online-Redaktion, Sport

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