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Kitesurfen: Trotz Pandemie quer durch Europa

Kitesurfer Florian Gruber fuhr mit seinem VW-Bus zu Rennen nach Spanien - 18.05.2021 17:18 Uhr

Florian Gruber (vorne) ist hochkonzentriert. Seine Verfolger sind ihm vor der spanischen Ostküste dicht auf den Fersen. Die Rennen in Valencia und Castellón liefen für den Muhrer nicht ganz nach Wunsch. Am Ende erreichte er dennoch versöhnliche Platzierungen.

17.05.2021 © Foto: Ocean Power Photography


Von "irgendwo bei Zürich" steuert er seinen VW-Bus den restlichen Weg Richtung Heimat. Neben ihm sitzt Freundin Sophie, die den Kitesurfer oft zu Wettkämpfen begleitet. "Immer wenn es sich zeitlich ausgeht, ist sie dabei. Sie passt auf, dass ich keine Flausen im Kopf habe", berichtet Gruber. Momentan ist das nicht so einfach, Sophie hat einen vollen Terminkalender. Ein halbes Jahr lang hilft sie in einem Impfzentrum aus. Der Andrang dort ist groß.


Muhrer rast mit 60 km/h durch den Eiskanal


Wenn es aber doch klappt mit der gemeinsamen Anreise zu einem Rennen, dann schläft das Paar im Dachzelt des Vans und spart sich so Hotelkosten. Als Kitesurfer wird man nicht reich. Selbst dann nicht, wenn man, wie Gruber, seit Jahren in der Weltspitze mitmischt. Die vergangenen zehn Tage hat der 27-Jährige vom Altmühltal-Segelclub Muhr am See in Spanien verbracht.

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Zwei Wettkämpfe waren zu absolvieren, erst in Valencia, dann in Castellón de la Plana, eine Autostunde weiter nördlich. Die Fahrt vom Altmühlsee an die spanische Ostküste war erstaunlich entspannt. "Man merkt, dass es überall lockerer wird, was Corona angeht", sagt Gruber. Nur einmal, an der spanisch-französischen Grenze, habe er einen negativen Corona-Test vorzeigen müssen.

Kampf gegen die besten Kitesurfer Europas

Die sportliche Bilanz der Dienstfahrt ans Mittelmeer fällt derweil durchwachsen aus. Beim Event in Valencia beraubte sich Gruber bereits am ersten Wettkampftag seiner Chancen auf das Podest: "Ich habe ein paar taktische Fehler gemacht und hatte nicht die besten Starts." Erst bei den Rennen am dritten und letzten Wettkampftag fuhr der Wahlfranke regelmäßig unter die besten Drei. Unter dem Strich stand am Ende Platz 5. Kein überragendes, aber auch kein ganz schlechtes Ergebnis. Schließlich hatte sich bei der offenen spanischen Meisterschaft in Valencia, wie auch eine Woche später in Castellón, die europäische Kitesurf-Elite nahezu vollständig versammelt.

Wildes Gewusel: Nach dem Start ist das Feld noch dicht beisammen.

17.05.2021 © Foto: Ocean Power Photography


Dort, in Castellón, machte jedoch das Wetter den Athleten das Leben schwer. Am zweiten der drei Renntage mussten sämtliche Starts abgesagt werden – es war praktisch völlig windstill. Tags zuvor war Gruber bereits ein Kontrahent ins Brett gefahren. Der Zusammenstoß kostete wertvolle Zeit und machte einen Materialwechsel nötig. Am vergangenen Sonntag, dem dritten Wettkampftag, war dann nur noch Schadensbegrenzung möglich. Eine Gelegenheit, die Gruber nutze. Mit einem dritten Platz im letzten Rennen des Events sicherte er sich den 6. Platz im Gesamtklassement.

Nach der Impfung in Topform?

Während der Heimfahrt analysiert Gruber seine Auftritte in Spanien durchaus kritisch: "Ich habe zu viele kleine Fehler gemacht. Zwar hatte ich keine ganz großen Schnitzer drin, die Ergebnisse müssen insgesamt aber besser werden." Doch, das betont er auch selbst, es ist nicht überraschend, dass Gruber noch nicht auf seinem Leistungshöhepunkt ist.

Durch Corona sind, gerade zu Beginn des Jahres, viele Rennen ausgefallen, die er sonst zum Training nutzt. Außerdem finden die Top-Events 2021 pandemiebedingt alle ungewöhnlich spät statt. Erst Anfang Juli startet der Weltcup, die Europameisterschaft folgt im September. Da ist es wichtig, nicht zu früh zu viel zu machen. Schließlich will Gruber dann in Topform sein, wenn es wirklich darauf ankommt.

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Ende Mai und Anfang Juni wird er noch bei zwei Veranstaltungen in Italien starten. Danach wartet die Bachelorarbeit auf ihre Fertigstellung. Und am 10. Juni steht die zweite Corona-Impfung für ihn an. Da sollte nichts schiefgehen. Freundin Sophie kennt sich schließlich aus.


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