Spitzenduell in der Fußball-Kreisklasse Süd

Möning und Mörsdorf gönnen sich wenig Spielkultur

14.9.2021, 18:42 Uhr
Ab in den Zweikampf: Die SG Möning/Rohr (weiße Trikots) und der TSV Mörsdorf (blau) beharkten sich intensiv, aber nie unfair.

Ab in den Zweikampf: Die SG Möning/Rohr (weiße Trikots) und der TSV Mörsdorf (blau) beharkten sich intensiv, aber nie unfair. © Foto: Roland Fengler

Im Vorfeld nur schwer zu beantworten war die Frage, wem in diesem tabellarisch brisanten Derby die Favoritenrolle zukommt. Beide Mannschaften waren in den vergangenen zwei Spielzeiten schon vorne mit dabei und zeigen in der laufenden Runde bereits eine starke Frühform.

Nach Rang vier in der abgebrochenen Corona-Saison wird die SG Möning/Rohr von einem neuen Trainerduo angeleitet. Mittelfeld-Routinier Michael Moßburger ist in verantwortliche Position an die Seitenlinie gerückt und hat einen neuen Spielertrainer an seiner Seite. Manuel Fersch, der bei seiner letzten Station in Pavelsbach reichlich Derby-Erfahrung gegen Postbauer sammelte, kam unter anderem aufgrund seiner Hochzeit nach Möning, kann wegen eines am ersten Spieltag erlittenen Mittelhandbruchs derzeit aber nicht mitwirken. Das große Aufgebot fing seinen Ausfall bisher ab.

"Jeder will verhindern, die Sprüche gedrückt zu bekommen"

"Wir sprechen nicht vom Aufstieg, wollen uns aber grundsätzlich keine Grenzen setzen und jedes Spiel gewinnen", sagt Moßburger, der unter der Woche schon die Derby-Stimmung in den Gesprächen rund um den Sportplatz wahrgenommen hatte. Aufgrund des Heimvorteils sahen sich die Möninger leicht favorisiert, erwarteten eine intensive Partie, die es letztlich auch wurde. "Wir kennen uns ja alle, sind auch befreundet, aber während der 90 Minuten zählt das nicht. Jeder will verhindern, dass der andere zumindest für ein halbes Jahr die Sprüche drücken kann", sagt Moßburger.

Möning/Rohr versuchte es zunächst mehr mit dem spielerischen Ansatz, agierte in Richtung Strafraum aber häufig zu ungenau. Die finalen Pässe kamen nur selten an und Schussversuche wurden geblockt. Das enge Geschehen im Mittelfeld versuchten die Gäste in Durchgang eins mit langen Bällen zu überbrücken, was sich aber ebenso nicht als probates Mittel erweisen sollte. Schiedsrichter Oliver Johannes hielt die Akteure an der kurzen Leine, sie beharkten sich intensiv, jedoch nie zu hitzig. Richtig gefährlich wurde es nur zweimal und fast schon zwangsläufig musste das 1:0 für die Heimelf auch nach einer Standardsituation fallen. Kapitän Martin Schwerdt verwertete einen von Andreas Geiger getretenen Freistoß aus dem Halbfeld zur Führung. "Wir haben bis dato mehr für das Spiel getan, so dass es zu diesem Zeitpunkt auch in Ordnung ging", konstatiert Fersch hinterher. Mörsdorfs Spielertrainer Matthias Rascher indes hatte vor der Partie schon eine Vorahnung: "Ich denke, dass derjenige, der das erste Tor schießt, am Ende auch als Sieger vom Platz geht." Dementsprechend groß war die Aufgabe für seine Mannschaft, nach dem Rückstand zurück in die Partie zu finden. "Es war zu erwarten, dass es ein Spiel auf Augenhöhe wird, in dem die Tagesform entscheidet. Vor der Pause haben es die anderen etwas besser gemacht, aber in der zweiten Halbzeit war es aus meiner Sicht ein Spiel auf ein Tor", so Rascher.

Erstmals ergab sich die Mörsdorfer Ausgleichschance kurz nach dem Seitenwechsel, als sich die SG einen groben Fehler in der Abwehr leistete. Simon Meixner lief allein aufs Tor zu und hatte wohl fast schon zu viel Zeit zum Überlegen. Torwart David Hofbeck blieb lange stehen und parierte per Fußabwehr. Abgesehen davon boten sich allerdings wenig Räume. Somit musste dem 1:1 ebenfalls ein Freistoß vorausgehen. Raschers Flanke konnte Hofbeck zunächst klären, doch gegen Florian Gerners Nachschuss bleib keine Abwehrmöglichkeit. "Wir hatten am Ende noch Chancen, aber unter dem Strich geht das Unentschieden schon in Ordnung. Ich denke, dass beide Teams damit gut leben können", erklärt Rascher.

Die Mörsdorfer sind mit ihrer bisherigen Ausbeute jedenfalls vollauf zufrieden. "Wir wollen so schnell es geht 30 Punkte holen und wenn möglich unter die ersten vier. Ob danach in Richtung Aufstieg etwas möglich ist, bleibt abzuwarten." Das müde Remis gegen Röttenbach war aus Sicht des Trainers ein früher Dämpfer zur rechten Zeit. "Man sieht, dass man in der Liga immer an die Leistungsgrenze gehen muss und nichts geschenkt bekommt." Die mitunter grenzwertigen Beleidigungen der Möninger Zuschauer waren für Rascher der beste Beweis.

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