Diskuswerfer Jakob Nützel

Platz fünf für das Kraftpaket aus Freystadt

3.8.2021, 15:19 Uhr
Jakob Nützel durfte mit Platz fünf bei der DM zufrieden sein.

Jakob Nützel durfte mit Platz fünf bei der DM zufrieden sein. © Ralf Görlitz, NN

Und dennoch: „Ich bin rundum zufrieden“, sagte der 17-jährige Diskuswerfer nach Platz fünf bei den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften der U18- und U20-Junioren am vergangenen Wochenende in Rostock.

Man kann allerdings davon ausgehen, dass die eine Nacht etwas zur Entspannung der Lage beigetragen hat. Am Sonntagvormittag traten Jakob und seine Eltern Wilfried und Heike Nützel die Heimreise von der Ostseeküste Richtung Oberpfalz an. „Zehn Stunden haben wir gebraucht, Verkehr über Verkehr und nur Baustellen“, grantelte Jakob Nützel noch am Montagvormittag leicht vor sich hin.

Trotzdem hat sich die Fahrt alles in allem gelohnt, am Donnerstag waren die Nützels gen Rostock aufgebrochen. Jakob Nützel trat am Samstag immerhin als frisch gebackener Bayerischer U18-Meister mit dem Diskus bei den nationalen Wettkämpfen an. Und er hatte aus einem weiteren Grund eine breite Brust, hatte er doch wenige Tage zuvor in Erding bei jener „Bayerischen“ mit 51,66 Metern eine neue persönliche Bestleistung aufgestellt. Zuvor stand diese bei 51,39, geworfen bei einem Wettkampf im Mai in München.

Leider keine Zuschauer

In Rostock war dann auch etwas Nervosität im Spiel, Bayerische und Süddeutsche Meisterschaften ist der Sportler der LG Neumarkt-Freystadt ja gewohnt, die Deutschen U16-Meisterschaften kennt er ebenfalls – aber nationale U18- bzw. U20-Titelkämpfe sind dann doch noch einmal eine andere Kategorie. Umso bitterer, dass ein solcher Höhepunkt im Leben eines jungen Sportlers mehr oder weniger unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand. „Schade und traurig“, sagte Jakob Nützel zu der Tatsache, dass im Rostocker Leichtathletik-Stadion keine Zuschauer zugelassen waren.

Dafür war der Wind an der Ostseeküste ein ständiger Begleiter der Sportler, was freilich vor allem die Wettkämpfe der Werfer beeinflusste. „Der Diskus ist in der Luft teilweise umgekippt und runtergefallen“, beschreibt Jakob Nützel die schwierigen Verhältnisse. Und dann misslang ihm auch noch der erste Versuch mit einer Weite von 41,08 Metern völlig, Druck und Nervosität vor dem zweiten Versuch waren die Folge.

Sogar kurz auf Medaillenkurs

Zur Erinnerung: Der Einzug in die Top 8 war Nützels erklärtes Ziel – und dafür muss man in den ersten drei Versuchen "liefern". Mit einer Weite von 51,54 Metern, also ziemlich nahe an die persönliche Bestleistung heran, gelang dies dem 17-Jährigen dann auch. Und er lag zwischenzeitlich mit dieser Weite sogar auf Medaillenkurs, wurde aber doch noch abgefangen und schloss auf Platz fünf ab.

Was er verschmerzen konnte. „Ich bin mit der siebtbesten Weite im Feld angereist und habe mich um zwei Positionen verbessert“, bilanzierte er. Am kommenden Wochenende steht nun mit den Süddeutschen Meisterschaften im baden-württembergischen Walldorf der wahrscheinlich letzte Wettkampf der Sommersaison für Jakob Nützel an, dann will der Fachoberschüler seine Ferien genießen. Mit dem Auto an die Ostseeküste geht es wohl eher nicht…

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