Trümmerbruch beim FCN: Schäffler hebt den Daumen

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Wolfgang Laaß

NN-Sportredaktion

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12.2.2021, 05:47 Uhr
Kann gegen die Kiez-Kicker am Sonntag stürmen: Club-Angreifer Manuel Schäffler.

Kann gegen die Kiez-Kicker am Sonntag stürmen: Club-Angreifer Manuel Schäffler. © Sportfoto Zink / Wolfgang Zink, Sportfoto Zink / Wolfgang Zink

Es sollte wohl so etwas wie ein Fallrückzieher werden. Jedenfalls stand Manuel Schäffler mit dem Rücken zum Tor, hatte nach seiner reichlich missglückten Flugeinlage im Stadion des SV Sandhausen aber plötzlich Schmerzen wie schon lange nicht mehr auf einem Fußballplatz.

Nach Vereinsangaben wiegt der Mittelstürmer des 1. FC Nürnberg offiziell 89 Kilogramm; die allermeisten davon wirkten bei der folgenden Bruchlandung auf seine linke Hand ein und da speziell auf einen Finger. "Auf ungefähr vier Zentimeter hab’ ich mir den Daumenknochen komplett gesprengt", berichtet Schäffler aus seiner Krankenakte, in mehrere Teile zerbrochen. Acht Schrauben und eine Platte sollen seit der Operation am Mittwoch letzter Woche für Stabilität sorgen.

Die Schiene passt

Dass er sich am Sonntag, im Heimspiel gegen den FC St. Pauli (Anstoß 13.30 Uhr, Live-Ticker auf nordbayern.de), wieder als tollkühner Strafraum-Artist versucht, ist deshalb eher nicht anzunehmen. Angst draufzufallen oder andere Probleme hat er keine, eine Schiene schützt ihn vor allzu rohen Abwehrkräften. "Für meine Art, Fußball zu spielen, ist die Schiene keine Einschränkung, sie passt", sagt Schäffler.

In der Trainingseinheit am Donnerstagnachmittag probierte er das Teil erstmals in Zweikämpfen aus, es funktionierte; mit so einem Thermoplast-Panzer kann man sich selbst bei ordnungsgemäßen Einsatz auch Respekt verschaffen beim Gegner, was Schäffler bei seiner Statur und Arbeitsweise aber eigentlich gar nicht nötig hat.

Somit dürfte er am Sonntag in die Mannschaft zurückkehren, ein anderer ist seit gestern weg. Adam Zrelak hat sich nach dreieinhalb Jahren Nürnberg dem Erstligisten Warta Posen angeschlossen; der Transfer ließ sich noch realisieren, weil Wechsel nach Polen nach wie vor möglich sind. Der Slowake verlässt den Club mit der Empfehlung von vier Toren in 47 Spielen.

Kreuzbandriss im Februar 2019

Diverse Verletzungen, darunter ein Kreuzbandriss im Februar 2019, warfen Zrelak immer wieder zurück. Weil sein Vertrag Ende Juni ohnehin ausgelaufen wäre, zog er die berufliche Veränderung ein paar Monate vor. "Er hat für sich keine große Möglichkeit gesehen, beim Club auf Einsätze zu kommen", wird Sportvorstand Dieter Hecking in einer Vereinsmitteilung zitiert, weshalb der Angreifer von sich aus das Weite suchte.

Nach Virgil Misidjan (Zwolle) und Sarpreet Singh (Bayern II) ist Zrelak die dritte Offensivkraft, die im Winter gehen durfte. Neu dabei sind Dennis Borkowski und Mats Möller Daehli, die Personalsorgen deswegen aber nicht wirklich kleiner geworden. Pascal Köpke (Kreuzbandriss) ist frühestens in der nächsten Saison wieder ein Thema, Felix Lohkemper (Adduktorenprobleme) hat ebenfalls noch keinen Comeback-Termin, zudem möchte Robin Hack seine Sprunggelenksverletzung, erlitten am 6. Dezember in Paderborn, jetzt mal richtig auskurieren.

Schmerz-Gespräch in Zabo

Jedenfalls hat sich Hack vorgenommen, erst wieder Fußball zu spielen, wenn er komplett beschwerdefrei ist. Das könnte ein paar Wochen dauern, vielleicht hilft aber auch ein Gespräch mit dem Kollegen Schäffler. Über Schmerzen und so.

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