Weiler geht: RSC Anderlecht einigt sich mit Club-Trainer

17.6.2016, 11:45 Uhr
Verlässt den Club und trainiert künftig den RSC Anderlecht: René Weiler.

Verlässt den Club und trainiert künftig den RSC Anderlecht: René Weiler. © Zink

René Weilers Wechsel nach Belgien ist wohl nur noch Formsache. Wie der RSC Anderlecht auf seiner Homepage am Donnerstagabend vermeldete, hat man sich mit Weiler über ein Engagement beim belgischen Spitzenklub verständigt. Der Verein müsse mit dem 1. FC Nürnberg lediglich noch die Modalitäten des Wechsels verhandeln, hieß es. Club-Sportvorstand Andreas Bornemann wurde von den Ereignissen indes überrumpelt. "Diese Meldung ist mir ein völliges Rätsel", sagte Bornemann auf NZ-Nachfrage. "Es gibt nichts, was die Bezeichnung Angebot verdient." Es gebe "maximal einen Vorschlag", der sowohl inhaltlich als auch finanziell weit davon entfernt sei, als Angebot wahrgenommen zu werden, erklärte der Sportvorstand.

Klar ist: Da der Schweizer beim 1. FC Nürnberg Arbeitspapiere bis 2017 hat, in denen keine Ausstiegsklausel verankert ist, bekommt der Altmeister vom belgischen Rekordchampion eine Ablöse. Wie hoch diese ist, wird nun zwischen den Parteien ausgemacht. Der FCN wird dem wechselwilligen 42-Jährigen jedoch keine Steine in den Weg legen. "Ein Verhandlungsmarathon mit großen Feilschereien ist sicher nicht zu erwarten", hatte Bornemann im Gespräch mit der Nürnberger Zeitung bereits am Mittwoch verkündet.

"Es macht ja wenig Sinn, jemanden mit Verweis auf die Vertragslaufzeit zu knebeln", sagte Bornemann. Und verwies darauf, dass in der jüngeren Vergangenheit vielfach erfolgreiche Trainer aus ihren Vereinen "herausgekauft" worden waren.

Dass der Eidgenosse künftig den Brüsseler Vorortverein trainieren wird, war in den vergangenen rund 30 Stunden für Außenstehende mal mehr, mal weniger klar. Als Wunschtrainer der Lila-Weißen galt zunächst Paul Le Guen, dann Ole Gunnar Solskjaer. Weiler indes wurde auch zu diesem Zeitpunkt bereits von belgischen Medien als Kandidat beim RSC gehandelt.

Der Schweizer rutschte in der medial verbreiteten Liste rauf und runter. Kurzum: Es war ein großes Wirrwarr. Am Donnerstag noch galt der international renommierte Roberto Martinez als Wunschtrainer des Vereins. Nachdem der ehemalige Everton-Coach abgesagt hatte, war Weiler in der Pole-Position und machte letztendlich auch das Rennen. Für den Club, der sich in Person von Bornemann am Donnerstagabend noch - wie beschrieben - von Anderlechts Kommunikation irritiert zeigte, geht es nun eigentlich nur noch darum, soviel Geld wie möglich für den Bald-Ex-Nürnberger zu bekommen. Nachdem der Club-Vorstand mit Tobias Kempe den ersten Neuzugang für die kommende Saison eingetütet hat, dürfte der Verhandlungspoker mit Anderlecht-Manager Herman van Holsbeck auch aus Club-Sicht bald richtig beginnen. Am Freitag jedenfalls wiederholte Andreas Bornemann auf NZ-Anfrage, dass dem FCN noch nichts vorliegt, was die Nürnberger als Angebot werten.

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