Absagen wegen Corona

Kein Glühwein unter Kollegen: Frankens Firmen streichen Weihnachtsfeiern reihenweise

WoMa..Foto: Guenter Distler Motiv: Autoren Jahresrückblick
Manuel Kugler

Redaktion Politik und Wirtschaft

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19.11.2021, 05:55 Uhr
Weihnachten unter Kolleg(inn)en sieht auch 2021 anders aus als in der Vergangenheit: Gefeiert wird fast überall nur virtuell.

Weihnachten unter Kolleg(inn)en sieht auch 2021 anders aus als in der Vergangenheit: Gefeiert wird fast überall nur virtuell. © imago images/ElenaNichizhenova, NNZ

In normalen Zeiten lädt die Nürnberger Versicherung jedes Jahr im Dezember ihre Beschäftigten zu einer weihnachtlichen Stunde ein. Das Nürnberger Christkind kommt zu Besuch, die Kinder der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter freuen sich über Geschenke. Doch es sind keine normalen Zeiten - und das Christkind muss heuer draußen bleiben.

Wie schon im vergangenen Jahr hat die Versicherungsgruppe auch diesmal die Weihnachtsaktion im Business Tower an der Ostendstraße abgesagt, Corona lasse keine andere Entscheidung zu, bedauert der Konzern. Die Führungskräfte seien zudem angewiesen, auch auf abteilungsinterne Weihnachtsfeiern in Präsenz zu verzichten, sagt Unternehmenssprecher Matthias Schenk. Wie schon 2020 liefen aber bereits Vorbereitungen für virtuelle Zusammenkünfte.

"Wir bedauern diese Entscheidung sehr"

Auch bei der Datev sollte es diesmal endlich wieder klappen mit einer gemeinsamen Tasse Glühwein unter Kolleginnen und Kollegen. An zwei Nürnberger Standorten des IT-Unternehmens waren Weihnachtsmärkte geplant; losgehen sollte es schon diese Woche. Doch mit Blick auf die explodierenden Inzidenzen folgte die Absage.

"Wir bedauern diese Entscheidung sehr, da wir uns alle ein Stückchen Normalität in der Vorweihnachtszeit erhofft hatten", erklärt Datev-Personalleiter Michael Link. "Aber Vorbeugung und die Gesundheit unserer Mitarbeitenden stehen an erster Stelle." Den Beschäftigten bleibt nun lediglich die Möglichkeit virtueller Feiern - wie schon 2020. Damals bekamen alle Mitarbeiter eine Packung Lebkuchen nach Hause geschickt, "als kleines Zeichen der Wertschätzung", sagt Datev-Sprecherin Sarah Benecke.

Die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer rät Firmen in diesem Jahr grundsätzlich von großen Feiern ab. Dies sei "in der aktuellen Lage nicht angebracht", so die Ökonomin gegenüber den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. In kleiner Runde anzustoßen, hält Schnitzer dagegen für denkbar - allerdings nur unter Anwendung der 2G-Regel.

Bei Adidas wird allenfalls im Kleinen gefeiert

Auf große Feiern verzichten, aber kleine Zusammenkünfte ermöglichen: Dieser Empfehlung folgt auch Adidas. Bei dem Herzogenauracher Konzern war wie in den Vorjahren ohnehin keine offizielle Firmenfeier geplant. Adidas überlässt es seinen Beschäftigten und Teams, Feiern zu organisieren, "zum Beispiel einen gemeinsamen Besuch auf dem Weihnachtsmarkt oder das beliebte, gemeinsame Wichteln", sagt Sprecherin Mandy Nieber.

Während die Unternehmen und ihre Mitarbeiter die Absagen meist bedauern, aber wohl verschmerzen können, stellt das reihenweise Aus für betriebliche Weihnachtsfeiern vor allem die Gastronomie vor neue Existenzängste. Die Gaststätten hatten noch im Oktober fest mit dem Weihnachtsgeschäft gerechnet. Nun wird wohl allenfalls ein Bruchteil der eigentlich schon geplanten Feiern stattfinden.

Auch bei Siemens ist Zurückhaltung angesagt. "Grundsätzlich empfehlen wir in unseren Betrieben in Deutschland, auch in diesem Jahr von Weihnachtsfeiern, Jahresabschlussessen und sonstigen Feierlichkeiten abzusehen", erläutert Siemens-Sprecher Bernhard Lott - und begründet das mit der Rechtslage: So gelte die Corona-Arbeitsschutzverordnung mit dem Ziel der Kontaktreduzierung auf ein notwendiges Minimum auch bei freiwilligen betrieblichen Zusammenkünften wie etwa Weihnachtsfeiern.

Bei der Nürnberger Versicherung sollen wenigstens die Kinder der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht unter dem abgesagten Christkind-Besuch leiden. Sie erhalten ihre Geschenke trotzdem, sagt Unternehmenssprecher Schenk - nur eben diesmal mit der Post.