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Spektakulär: Bergwacht rettet Bock von Felsvorsprung

Erst wurden Hörner und Beine fixiert, dann das Tier abtransportiert - 10.09.2017 16:35 Uhr

Mit vereinten Kräften gelang es Hermann Sehr und den Bergwachtlern, die Beine des verirrten Ziegenbocks zu fixieren und das Tier mit einer Seilwinde nach oben zu hieven. © Foto: Dieter Meiller


Beim Regionalmarkt auf dem Kaslter Marktplatz haben einige Besucher das Tier bemerkt, das auf einem Vorsprung der steil über den Häusern aufragenden Felsen stand. Dort sei er schon seit zwei Tagen zu sehen, sagte eine Anwohnerin.

Dem Tier, das sich vermutlich vom Efeu auf den kleinen Vorsprung hatte locken lassen, fehlte der Platz, um Anlauf zu nehmen und wieder nach oben zu gelangen. Bald wurde klar: Da braucht es professionelle Hilfe, und per Rettungsleitstelle wurde die Bergwacht in Amberg alarmiert.

Zu neunt kamen die Ehrenamtlichen nach Kastl, schauten sich die Lage an und machten einen Plan: Es sei klüger, die Ziege von oben zu holen, denn nach unten ist der Fels von Efeu bewachsen, so Einsatzleier Wolfgang Lebe.

Für die Kinder ist Sehr ein Held

Außerdem legte auch Hermann Sehr aus Kastl die Ausrüstung an: Der Kastler besitzt selbst auch Ziegen und Schafe, kennt sich also mit den Tieren aus; außerdem ist er ein erfahrener Kletterer. Dieser Bock gehört ihm allerdings nicht, aber er kletterte trotzdem gern auf den rund 20 Meter hohen Felsen.

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Spektakulär: Bergwacht rettet Bock aus Bergnot

Auch ein Ziegenbock kann sich mal verspringen. In Kastl saß ein Bock auf einem kleinen Felsvorsprung fest, auf einem Felsen mitten im Ort. Beobachter holten die Bergwacht, die mit Unterstützung des Kastler Kletterers Hermann Sehr, der selber auch Schafe und Ziegen hält, den Bock per Flaschenzug in Sicherheit brachten.


Durch Wasserrohre aus Kunststoff ließen die Bergwachtler ein Seil nach unten, mit dem erst einmal die Hörner fixiert wurden – denn der Bock war nicht sehr erbaut vom rettenden Besuch auf seinem Plateau. Hermann Sehr konnte dann auch die Beine mit einem Gurt fixieren, dann hievten die Helfer den Bock mit Bauchgurten und Seilwinde nach oben. Ein Stück trug Hermann Sehr dann das rund 40 Kilo schwere Tier bis zum Transporter, es wurde dann in einen Stall gefahren.

Für die Kastler Kinder, die atemlos bei der Rettung zugeschaut haben, ist Hermann ein Held, dem sie zur Stärkung gleich Süßigkeiten spendierten. Wie ein Held fühlt er sich nicht, sagt Hermann Sehr selber, er und die ganze Bergwacht-Gruppe sind erleichtert, dass Mensch und Bock heil vom Felsen runterkamen.

Für die Bergwacht ist so ein Einsatz etwas Besonderes, sagt Wolfgang Lebe. Sonst seien es oft in Not geratene Holzarbeiter, Skifahrer oder auch die Suche nach Vermissten, für die sie ausrücken. Der Bock hat der Bergwacht und Hermann Sehr noch eine duftende Erinnerung hinterlassen: Der Transporter und die Gurte bockeln stark. 

Magdalena Kayser E-Mail

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