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Theatergruppe aus Kastl übte mit Profi-Coach

Beim Workshop im "Himmi" ratterten die Köpfe der Kastler und Utzenhofener - 14.01.2015 11:37 Uhr

Gabrielle Odinis, Schauspielerin und Coach, hat in Kastl die Köpfe der Theaterleute zum Rauchen gebracht: hier im Gespräch mit Regisseur Harald Meier.


„Wo geht‘s denn do zum Himmi?“ Die „KaUtzigen“, die Theatergruppe aus Kastl und Utzenhofen, kennen den Weg und proben intensiv. Premiere ist am Samstag, 21. Februar. © Fotos: Kayser


KASTL — Das mit dem Ball-Fangen ist dann wichtig, wenn mal was nicht ganz klappt, wenn einer der Schauspieler hängt oder ein Stichwort nicht so fällt, wie es geprobt war. Im besten Fall kriegt das der Zuschauer gar nicht mit, weil die anderen Spieler den Ball fangen und keine Lücke entstehen lassen. Der Ball ist dabei ein Bild für die Energie, für den roten Faden, für das, was die Aufmerksamkeit anzieht. Bei dem paradiesischen Stück, das in Kastl am 21. Februar Premiere feiert, gibt es viel zu lachen mit einem preußischen Engel, der in der Oberpfalz erst mal aneckt, mit himmlischen Lügnern und Bierverbot.

Grausige Versetzung

Für viele der Laienschauspieler — einige standen schon oft auf der Bühne, andere haben im neuen Stück auch ihre persönliche Premiere — näherten sich Odinis und Stammberger auf neue Art dem Stück, brachten den Spielern nahe, sich anders in die Rolle einzufühlen und zu spüren, wohin die Figur tendiert: Engel Felicita erhält eine entsetzliche Nachricht. Sie soll versetzt werden – zu den Franken! Bleibt Felicita auf einem Stuhl sitzen oder stellt sie sich zur Gruppe? Das entscheidet Darstellerin Desirée Schwers, sie folgt ihrem Gefühl dazu.

Harald Meier, er führt Regie bei dem Theaterstück, hat Gabrielle Odinis und ihren Ehemann Thomas Stammberger nach Kastl eingeladen. Er kennt die beiden, weil er in München bei der Serie „Dahoam is dahoam“ mitspielte — Stammberger führte bei vielen Folgen Regie und Gabrielle Odinis, selbst Schauspielerin, coachte die Darsteller. Das Ehepaar schätzt Meier, sein Engagement und seine Ideen, und so gab es jetzt, wenige Wochen vor der Premiere, diesen Workshop. „Es ist mein Steckenpferd, genau solche Gruppen zu unterstützen, eben gerne Laien oder semiprofessionelle Schauspieler“, sagt Odinis.

Die zwölf „KaUtzigen“ aus Kastl und Utzenhofen seien voller Elan dabei, es mache ihr Freude, mit der Gruppe zu arbeiten, zu sehen, wie die Räder im Hirn ins Rattern kommen und wie sich das Spiel verändert. Es seien oft einfache Techniken und Mittel, die Entscheidendes bewirken, wenn sie konsequent zum Einsatz kommen.

Die Arbeit am Stück begann eigentlich im Jahr 2006 mit einer Flasche Wein, mit Harald Meiers Theaterbegeisterung und dem Stück „Wo geht’s denn do zum Himmi?“ von Ulla Kling. Meier las das Stück, es gefiel ihm, und er überarbeitete es in weiten Zügen. Vom Stück will er nur so viel verraten: „Auch im Himmel menschelt’s gewaltig, und wenn noch eine Preußin in der Oberpfalz an der Himmelspforte ihr Unwesen treibt, gibt es Spannungen und interessante Verwicklungen“, so der Organisator der Oberpfälzer Witzemeisterschaft.

Diese neue Version bringt Meier jetzt mit seinen Mitstreitern auf die Bühne, dazu hat er sich auch mit der Autorin abgestimmt. Sie hat angekündigt, auch eine Aufführung zu besuchen.

„So gut, wie es nur geht“

Als dann die DJK Utzenhofen bei Harald Meier 203 anklopfte, ob er nicht eine Theatergruppe auf die Beine stellen würde, dauerte es noch einige Zeit — die Schweppermannspiele 2013 lagen dazwischen, die Harald Meier als Schalksnarr erlebte, dann kamen auch die Kastler Theaterleute dazu: Die Kautzigen waren geboren und legten Ende 2014 los.

Dazu ging es ans Bühnenbauen: Hermann Römer, Kastler Heimatpfleger und ebenfalls früherer Schalksnarr-Darsteller, kümmert sich mit einem Team um das dreidimensionale Bühnenbild, Anna Lautenschlager hat 16 Kostüme geschneidert, eine computergesteuerte Licht- und Tonanlage steht bereit. „Wir haben eigene Sounds für die Aufführung produziert“, sagt Meier. Durch die Unterstützung des Veranstalters, der DJK Utzenhofen, sei vieles möglich geworden.

Auch in seinem Kopf rattert es jetzt nach dem Workshop mit Odinis und Stammberger. Mit seinem Co-Regisseur Cliff Rüdinger-Härlin und seinen Darstellern geht er jetzt in die intensiven Proben vor der Premiere am 21. Februar. Denn das Ziel ist klar: So gutes Theater bieten, wie es nur geht, sagt Harald Meier.

„Wo geht’s denn do zum Himmi?“ im Gasthof Forsthof in Kastl: Premiere am Samstag, 21. Februar, 20 Uhr. Weitere Aufführungen am Sonntag, 22. Februar, 20 Uhr, am Samstag, 28. Februar, 20 Uhr, am Sonntag, 1. März, 20 Uhr, am Samstag, 7. März, 20 Uhr und am Sonntag, 8. März, 19 Uhr. Karten unter www.okticket.de oder auf der Gemeinde Kastl. 

MAGDALENA KAYSER

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