Leben

Gefühlschaos: Was ist los mit mir?

Elias Thiel

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13.1.2024, 20:09 Uhr
Fast jeder kennt es: das Gefühlschaos.

© IMAGO/Zoonar.com/Sirijit Jongcharoenkulchai Fast jeder kennt es: das Gefühlschaos.

In diesem Artikel:

Der Mensch erlebt eine breite Palette von Emotionen, darunter Freude, Traurigkeit, Angst, Wut, Ekel, Scham, Überraschung und Liebe. Wenn allerdings zwei gegensätzliche Gefühle aufeinandertreffen - wie beispielsweise Liebe und Angst - entsteht emotionales Durcheinander, da diese Emotionen im Widerspruch zueinander stehen und gemischte Gefühle verursachen können. Solche Gefühle können ganz schön überwältigend sein. Aber was sind die Ursachen für die emotionale Überforderung? Und vor allem: Wie bekommt man seine Gefühle wieder in den Griff?

Der Begriff "Gefühlschaos" wird verwendet, um eine intensive und verwirrende Mischung verschiedener Emotionen zu beschreiben. Dies tritt immer dann auf, wenn Menschen ihre eigenen Gefühle weder verstehen noch kontrollieren oder angemessen damit umgehen können. Demnach erlebt eine Person eine Vielzahl unterschiedlicher und oftmals widersprüchlicher Emotionen (z.B. Freude, Angst, Wut, Trauer) gleichzeitig oder nacheinander. Diese Emotionen können Verwirrung, Stress und Frustration verursachen.

Wer sich in dem Gefühlschaos hin- und hergerissen fühlt, hat bestimmt bereits die ein oder anderen Anzeichen bei sich bemerkt. Die Symptome von Gefühlschaos können allerdings bei jeder Person unterschiedlich sein. Zu den Anzeichen gehören:

  • zu viel Denken
  • Probleme beim Abschalten
  • Antriebslosigkeit
  • Stimmungsschwankungen (zwischen euphorisch und tiefst betrübt)
  • übermäßige Reizbarkeit (bereits Kleinigkeiten bringen das Fass zum Überlaufen)
  • Schwierigkeiten bei der Konzentration
  • Schwierigkeiten bei der Bewältigung des Alltags
  • Alte Hobbys bringen keine Freude mehr
  • Schlafprobleme
  • soziale Isolation beziehungsweise Rückzug
  • Selbstzweifel und Selbstkritik
  • Körperliche Symptome wie Kopfschmerzen oder Magenschmerzen

    Gründe für emotionale Überforderung können genau wie die Symptome äußerst vielfältig sein.

    Extremsituationen

    Vor allem außergewöhnliche Situationen können dazu führen, dass Gedanken verwirrend sind und widersprüchliche Gefühle auftreten. Dies geschieht häufig rund um das Thema Liebe, wo der Wunsch nach einer neuen Partnerschaft auf der einen Seite und die Angst vor Verletzung auf der anderen Seite stehen. Oder wo Streit in der Beziehung, eine ans Licht gekommene Affäre oder Bindungsangst die Situation und die Gefühle prägen. Auch ein Neuanfang wie beispielsweise ein Umzug in eine andere Stadt oder ein Jobwechsel können Situationen sein, die ein Gefühlschaos auslösen.

    Druck von außen

    Aber auch äußere Einflüsse spielen eine wichtige Rolle bei Emotionen. Zum Beispiel können der Druck von Eltern in Bezug auf die Berufswahl und die mitunter unterschiedlichen Wünsche zu einem Gefühlschaos führen.

    Einstellung

    Auch die generelle Grundhaltung ist wichtig: Wenn man eher pessimistisch denkt, wird sich dies auch in den eigenen Gedanken und Gefühlen widerspiegeln. Solche negativen Denkmuster können das emotionale Gleichgewicht stören und zu einem Gefühlschaos führen.

    Stress

    Aber auch hoher Stress kann dazu führen, dass Emotionen überwältigend werden. Übermäßige Anforderungen im Beruf, im Studium oder im Familienleben sowie große anstehende Entscheidungen können emotionale Erschöpfung verursachen.

    Beziehungsschwierigkeiten

    Zudem können Konflikte in Beziehungen (z.B. in der Familie, Freundschaften oder Beziehungen) in emotionaler Überforderung enden. Beziehungen sind oftmals sehr emotionsgeladen, da sie komplexe menschliche Interaktionen darstellen. Dabei treffen verschiedene Bedürfnisse, Erwartungen und Emotionen aufeinander.

    Traumatische Erfahrungen

    Weiterhin können traumatische Ereignisse starke Emotionen und ein Gefühlschaos auslösen. Dies können beispielsweise Unfälle und Verletzungen, der Verlust eines geliebten Menschen, Trennungen, Gewalt und Missbrauch, familiäre traumatische Ereignisse, Flucht, wirtschaftliche Krisen, schwerwiegende Krankheiten oder das Misslingen von Lebenszielen sein.

    Psychische Gesundheitsprobleme

    Auch bestehende psychische Probleme wie Depression, Angststörungen oder eine Borderline-Persönlichkeitsstörung können das Gefühl von emotionaler Überforderung oder ein Gefühlschaos verstärken.

    Manchmal ist es bei dem Gefühlschaos schwer zu erkennen, ob man wirklich verliebt ist oder ob andere Faktoren dominieren. Nicht selten werden Sympathie und Begeisterung für eine Person mit Liebe verwechselt. Manchmal suchen Menschen auch nach Partnern, um ihr eigenes Selbstwertgefühl zu stärken und über eine alte Liebe hinwegzukommen. Dies kann zu vorübergehenden Gefühlen führen, die allerdings nicht mit echter Verliebtheit gleichzusetzen sind. Ein weiterer Grund für das Gefühlschaos kann die Angst vor dem Alleinsein sein. Schließlich kann auch der Wunsch nach Verliebtheit dazu führen, dass man sich selbst etwas vormacht.

    Demnach sollte man seine Gefühle sorgfältig reflektieren und erkennen, ob es sich wirklich um Verliebtheit handelt oder ob andere Motive eine Rolle spielen. Ehrlichkeit gegenüber sich selbst ist der erste Schritt, um das Gefühlschaos aufzulösen.


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    Gefühlschaos bei Verliebtheit

    Ein Gefühlschaos, wenn man verliebt ist, kann verwirrend, aber auch aufregend sein. Dies liegt daran, dass Verliebtsein eine der intensivsten emotionalen Erfahrungen im Leben eines Menschen ist. Das Gefühlschaos in der Kennenlernphase zeichnet sich durch Gefühle wie Freude, Aufregung, Glück, aber auch Unsicherheit, Angst und manchmal sogar Zweifel aus. Gleichzeitig kann das Gefühlschaos auch am Anfang einer Beziehung weiterhin bestehen. In dieser aufregenden Zeit erleben viele Menschen ein Gefühlschaos, da sie sich zwischen der Freude über die neue Liebe und der Angst vor Verletzlichkeit hin- und hergerissen fühlen.

    Ein Gefühlschaos und emotionale Überforderungen können äußerst unangenehme Erfahrungen sein, die das Wohlbefinden und die psychische Gesundheit beeinträchtigen. In solchen Momenten fühlt man sich oftmals so, als ob die eigenen Emotionen außer Kontrolle geraten sind. Zudem ist es schwierig, einen klaren Kopf zu bewahren. Glücklicherweise gibt es einige Tipps, um das Gefühlschaos wieder aufzulösen.

    Selbstreflexion

    Zuerst sollte man versuchen, die eigenen Gefühle zu verstehen und zu identifizieren, warum man sich überfordert fühlt. Fühlt man sich fröhlich, elektrisiert, voller Energie oder eher nervös? Ist man besorgt, traurig, wütend oder voller Scham?

    Außerdem sollte man die eigenen Verhaltensmuster hinterfragen und überlegen, ob diese zu der Situation passen - oder ob es an vergangenen Erlebnissen und Gefühlen liegt, dass man auf eine bestimmte Art reagiert.

    Gefühle aufschreiben

    Oftmals hilft es schon, die dominierenden Gedanken aufzuschreiben, damit sie aus dem Kopf verschwinden oder zumindest einmal geordnet werden. Dafür schreibt man am besten die Gefühle auf oder führt ein Tagebuch, um alle im Kopf umher schwirrenden Sorgen und Ängste zu dokumentieren.

    Offene Gespräche

    Zudem kann es hilfreich sein, mit vertrauten Menschen über das Gefühlschaos zu sprechen. In der Regel führen Gespräche mit anderen zu neuen Perspektiven und möglicherweise Lösungsansätzen. Zudem kann bereits das Aussprechen die Gefühle etwas ordnen.

    Druck aus der Situation herausnehmen

    Wer sich selbst zu sehr unter Druck setzt oder großen Druck von außen verspürt, sollte ein wenig Abstand nehmen. Denn oftmals benötigen Betroffene einfach Zeit und Ruhe, um sich über ihre Gedanken und Gefühle klar zu werden. Bestenfalls sagt man Termine ab und nimmt sich eine kurze Auszeit, um auf das eigene Bauchgefühl zu hören und sich selbst zu sammeln.

    Me-Time

    Bei Gefühlschaos ist es wichtig, sich Zeit für sich selbst zu nehmen. Eine Pause zum Stressabbau kann sehr hilfreich sein. Zeit für ein entspannendes Bad, ein gutes Buch, lange Spaziergänge, ein leckeres Essen, ein Saunabesuch oder eine intensive Sporteinheit sind häufig hilfreich. Zusätzlich sollte man auch in Phasen emotionaler Überforderung auf die eigenen Bedürfnisse achten.

    Pro und Contra-Liste

    Gleichzeitig kann man auch eine Übersicht mit Pro- und Contra-Argumenten erstellen oder einfach die wichtigsten Gedanken aufschreiben, wenn es um keine konkrete Entscheidung geht. Somit bekommt man Klarheit im Wirrwarr der Gedanken und Gefühle.

    Entspannungsübungen

    Auch Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation, Atemübungen oder progressive Muskelentspannung können sehr wirksam sein. Zudem kann man gezielt Achtsamkeitsübungen machen.

    Gesunder Lebensstil

    Zusätzlich sollte man, auch wenn alles drunter und drüber zu gehen scheint, auf einen gesunden Lebensstil achten. Dazu gehören ausreichend Schlaf, eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige körperliche Aktivität. Insbesondere Schlafmangel verschlimmert das Problem oftmals noch, weil man dann schlechter nachdenken kann, reizbarer ist und stärker an Gefühlsschwankungen leidet.

    Worst-Case-Szenario

    Wenn all diese Methoden nicht helfen, kann es hilfreich sein, sich mit dem schlimmstmöglichen Szenario zu konfrontieren. Dazu stellt man sich die Frage "Wovor habe ich am meisten Angst?", "Was könnte schlimmstenfalls passieren?" und "Wäre das wirklich so schlimm?".

    Indem man das schlimmste, mögliche Ergebnis visualisiert, wird man oftmals gelassener.

    Professionelle Hilfe

    Wenn das Gefühlschaos anhält oder schwerwiegend ist, sollte ein Psychologe oder Therapeut aufgesucht werden. Dieser kann helfen, die zugrunde liegenden Probleme zu identifizieren und effektive Strategien zur Bewältigung zu entwickeln

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