Nächstes FCN-Remis: Der Club findet sich eigentlich ganz okay

Fadi Keblawi
Fadi Keblawi

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7.11.2020, 18:01 Uhr
Intensives Spiel, gerechte Punkteteilung: Der Club und Düsseldorf spielen 1:1.

Intensives Spiel, gerechte Punkteteilung: Der Club und Düsseldorf spielen 1:1. © Daniel Karmann, dpa

Unter dem Dach des Max-Morlock-Stadions kam der Aufsichtsratsvorsitzende immer besser in Form. Thomas Grethlein ist in der vergangenen Saison berühmt dafür geworden, den Geisterspielen des 1. FC Nürnberg eine Stimme zu geben. Seine Anfeuerungen waren dann leiser geworden nach dem Start der neuen Spielzeit, was auch daran gelegen haben könnte, dass Grethlein nicht mehr so alleine auf der Tribüne war. Jetzt sind normale Zuschauer wieder ausgesperrt - und ist Grethlein wieder gut zu hören.

Die Partie gegen Fortuna Düsseldorf nutzte Grethlein also, um sich in Erinnerung zu bringen. Grethlein lobte und Grethlein haderte - und als Schiedsrichter Robert Schröder abpfiff, da schwieg auch er hinein in ein leises Stadion. 1:1 hatte sich der Club vom Bundesliga-Absteiger getrennt und steht nach sieben Spieltagen mit sieben Punkten wieder auf jenem Platz, auf dem die letzte Saison zu Ende ging. Der Club ist wieder 16. und man kann das schon bedenklich finden. Weil nach dem von Manuel Schäffler verwandelten Handelfmeter wieder eine Führung verspielt worden war. Kein Fortschritt auch in dieser Hinsicht.

FCN auf dem Weg in die richtige Richtung?

Mit seinen Bedenken konnte man sich dann das anhören, was Mannschaft und Trainer so zu sagen haben zu diesem Remis und man konnte dann merken, dass die Bedenken dort nicht vollumfänglich geteilt werden. Ob diese Partie ein Schritt in die richtige Richtung gewesen war, wurde zum Beispiel der Torschütze Schäffler gefragt. "Absolut", sagte der zur Antwort. "Fußballerisch war das eines unserer besseren Spiele", sagte auch der Torwart Christian Mathenia. Und der Trainer Robert Klauß fügte hinzu: "Wir merken, dass die Mannschaft Fortschritte macht."

Vor allem, dass sie in einem "kampfbetonten Spiel" (Mathenia) "extrem viel investiert" hatten (Klauß) hielten sie sich beim FCN zugute. Tatsächlich war ihnen die Leidenschaft nicht abzusprechen, in der Defensive wirkte der Club meist gut aufgeräumt. Dass aber nur Kleinigkeiten gefehlt hätten, um das Spiel für sich zu entscheiden, wie es Schäffler anführte, war dann doch eine sehr mutige These. Zwar zeigte sich der Club vor allem in der Viertelstunde nach der Pause sehr stürmisch, echte Torchancen entstanden dadurch aber nicht. Erneut hatten sie viel mehr Ballbesitz als der Gegner, nur wussten sie selten etwas damit anzufangen.

In der Länderspielpause wollen sie jetzt "an den Dingen arbeiten, die nicht gut laufen", sagte Mathenia und fügte an: "Wir wollen sehr hart arbeiten." Müssen sie wahrscheinlich auch, wenn vom Aufsichtsrats-Vorsitzenden nicht wieder berühmte Fotos vor Relegationsspielen entstehen sollen.

+++ Hier gibt es den Live-Ticker der Partie zum Nachlesen +++

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