FCN im Abstiegskampf: Zurück im gewohnten Krisenmodus

15.5.2020, 09:46 Uhr

"Da müssen wir durch": Club-Captain Hanno Behrens fokussiert Nürnbergs Neustart gegen St. Pauli mehr oder weniger euphorisch,  © Sportfoto Zink / Daniel Marr

Als sie sich das vorletzte Mal auf ihr Treffen vorbereiteten, da herrschte auf beiden Seiten Aufbruchstimmung. Der 1. FC Nürnberg und der FC St. Pauli hatten im Oktober 2019 das Gefühl, diese Saison in der 2. Liga endlich angenommen und verstanden zu haben. Fünfmal in Folge hatten beide Teams zuvor nicht mehr verloren und die Aussicht, sich doch noch zu einem Zweitliga-Spitzenteam machen zu können, wurde auch durch das 1:1, das beim Treffen letztlich herauskam, nicht sonderlich getrübt. Punktgleich standen die Mannschaften nach dieser Partie auf den Plätzen fünf und sechs. Dass sich beim 1. FCN aufgrund der Verletzung von Christian Mathenia gerade außerdem eine Torwart-Krise anbahnte, ging da fast ein wenig unter.

Wird schon, dachten sie sich in beiden Vereinen. Wurde aber nicht. Bis zum Ende der Hinrunde hatten sich St. Pauli und der 1. FC Nürnberg in wenig anmutiger Synchronizität in den Tabellenkeller gearbeitet. Da stecken sie immer noch. Elfter ist der FC St. Pauli, der sechs Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz hat. Der Club ist 14. mit fünf Punkten Vorsprung auf den Karlsruher Sportclub auf Rang 17. Es sieht immerhin nicht mehr ganz so düster aus wie noch am Ende der Vorrunde, als Hamburg und Nürnberg sich auf Platz 15 und 16 heruntergespielt hatten.

Das hat viel damit zu tun, dass sowohl St. Pauli als auch der Club die bisherige Rückrunde genutzt haben, um zumindest wieder einigermaßen gut auszusehen. 13 Punkte in acht Spielen hat der Club gesammelt, einen weniger der Gastgeber vom Sonntag. Dass trotzdem noch gebangt werden muss, ob das so eine gute Idee war, die Saison des Geldes wegen fortzusetzen und es nicht einfach gut sein zu lassen, liegt beim 1. FCN an den regelmäßigen Rückschlägen, die das Team von Trainer Jens Keller hinnehmen muss.

Frey freut sich zu früh 

Das letzte Mal passierte das am letzten Spieltag vor der Corona-Pause. Vor dem Anpfiff der Partie gegen Hannover 96 durfte sich da der Angreifer Michael Frey noch über den Zugewinn defensiver Stabilität freuen. "Natürlich ist das sehr positiv, wenn wir wenige Gegentore bekommen, das freut auch einen Stürmer", sagte Frey damals und hatte damit sogar recht. Nur acht Treffer hatte der Club in den sieben Rückrunden-Partien quittieren müssen. Gegen Hannover kamen im Max-Morlock-Stadion dann aber dummerweise gleich drei dazu.

 

Keine Ruhe, ungewollte Ruhe und Behrens' Fatalismus  

Nach 27 Minuten schon stand es 0:2 aus Sicht der "indisponierten Nürnberger", wie es damals geschrieben stand in den Nürnberger Nachrichten, die dann zu dem Fazit kamen: "So wird das garantiert nichts mit etwas Ruhe in den nächsten Wochen."

Die Ruhe kam dann doch, allerdings anders, als sich das alle Beteiligten gewünscht hatten. Das ganze Land verabschiedete sich in den Krisenmodus und rund um den 1. FC Nürnberg gerieten immerhin die sportlichen Sorgen mitunter in Vergessenheit – eine Situation, wie man sie beim Club sonst allenfalls aus den Sommer-Tagen zwischen den Spielzeiten kennt. Jetzt sind die sportlichen Sorgen wieder da, der Abstiegskampf startet am Sonntag neu und der 1. FC Nürnberg ist zurück im ganz normalen Krisenmodus (13.30 Uhr, Live-Ticker auf nordbayern.de). Oder, wie es Kapitän Hanno Behrens in der Bild-Zeitung mit Blick auf das seltsame Konstrukt Saison-Fortsetzung gerade gesagt hat: "Die Entscheidung steht jetzt so und da müssen wir eben durch." Schöne Aussichten. 

+++ Am Abend gegen Aue: Weitere Termine für den Geister-Club +++


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