Greifbar für den FCN? Das kann Club-Gegner Stuttgart

Stefan Jablonka
Stefan Jablonka

E-Mail zur Autorenseite

21.6.2020, 09:05 Uhr
Schwer in den Griff zu bekommen: Multi-Millionen-Mann Nicolas Gonzalez ist ein Trumpf der Schwaben.

Schwer in den Griff zu bekommen: Multi-Millionen-Mann Nicolas Gonzalez ist ein Trumpf der Schwaben. © Sportfoto Zink / DaMa

 

 So ist die Lage: Unmittelbar nach dem Neustart der 2. Bundesliga schien der VfB Stuttgart von seinem klaren Aufstiegskurs wieder abzukommen. Zwei Niederlagen gegen Wehen Wiesbaden (1:2) und Holstein Kiel (2:3) wurden dann aber mit einem enorm wichtigen 3:2-Erfolg gegen den ebenfalls nicht von Krisen verschonten Verfolger Hamburger SV geradegerückt. Die Tendenz zeigte wieder nach oben. Zuletzt ging dann aber just das Derby beim Karlsruher SC mit 1:2 in die Hose. "Wir wollen wieder den Spaß am Fußball finden", erklärte im Anschluss Trainer Pellegrino Matarazzo.

Der frühere Nachwuchscoach des 1. FC Nürnberg krempelte seine Startformation nach der bitteren Pleite gegen die Badener um, und Stuttgart meldete sich prompt mit dem 5:1 gegen den SV Sandhausen unmissverständlich im Aufstiegsrennen zurück. Einen Punkt Vorsprung auf den drittplatzierten HSV und drei Zähler mehr als der 1. FC Heidenheim auf dem Nicht-Aufstiegsrang vier nehmen die Schwaben mit in den Schlussspurt beginnend mit der Partie beim Club am Sonntag (15.30 Uhr, Live-Ticker auf nordbayern.de).

Top & Flop: In den vergangenen Wochen brachte eine veritable Ladehemmung der Offensive den VfB in große Not. Doch dann fand Nicolas Gonzalez zu seiner Form und entwickelte sich wieder zum unverzichtbaren Leistungsträger. Gegen Sandhausen untermauerte der Argentinier, der 2018 für die Ablösesumme von 8,5 Millionen Euro verpflichtet worden war, seinen Wert mit den Saisontoren elf und zwölf.

Im Fokus: Der jüngste Erfolg gegen Sandhausen fußt auch auf einer taktischen Korrektur. Matarazzo besann sich seiner Spielphilosophie, kehrte zur bereits in der Anfangsphase der Saison praktizierten Dreierkette zurück und schickte das Team wieder in einer 3-5-1-1-Formation in die Partie. Der VfB konnte mit der numerischen Überzahl im Mittelfeld seine Spielstärke besser nutzen und fand so zurück zu alter Dominanz.

+++ Rechenspiele: Die Club-Szenarien im Abstiegskampf +++

1:3 nach 1:0! Förster finalisierte es in Stuttgart

Das Hinspiel: Für den Club, der am 16. Spieltag bereits auf den Relegationsplatz abgerutscht war, begann das Auswärtsspiel in der Mercedes-Benz-Arena furios: Angreifer Michael Frey drosch den Ball schon nach zehn Minuten zum 1:0 für die Franken unter die Latte. Stuttgart antwortete mit wütenden Angriffen. Ein Treffer von Wataru Endo wurde wegen eines vorhergehenden Fouls an Hanno Behrens vom VAR zurückgenommen. Nach der Pause ebnete dann ein von Fabian Schleusener verursachter Handelfmeter den Weg zu einem Doppelschlag: Silas Wamangituka (58.) verwandelte aus elf Metern zum 1:1, und Mario Gomez drehte mit seinem Tor eine Minute später die Partie. Der Ex-Nürnberger Philipp Förster stellte aus Club-Sicht den 1:3-Endstand her (72.).

+++ Operation Drinbleiben! Der Club plant den großen Schritt +++

Werner-Kohle für die Cannstätter 

Und sonst so? Sollte es am Ende mit dem direkten Bundesligaaufstieg doch nichts werden, können sich die Schwaben mit einem unerwarteten Geldregen ein wenig trösten. Von den 50 Millionen Euro, die der Bundesligist RB Leipzig für den Transfer von Timo Werner zum FC Chelsea überwiesen bekommt, fließt ein Teil an den VfB weiter. Werner war 2002 als Sechsjähriger nach Stuttgart gekommen. 14 Jahre später debütierte der Nationalspieler bei den Profis, für die er zwischen 2013 und 2016 in 103 Pflichtspielen 14 Tore erzielte. 

+++ Klassenerhalt? Das wird für den FCN gegen Stuttgart wichtig +++

 

1 Kommentar